Fragen & Antworten
Antworten auf häufige Fragen.
Kuratiert aus unseren Beiträgen zu Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung — alphabetisch, nach Zielgruppe oder Thema gefiltert.
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656 Fragen · Seite 8 / 14
Welche Erwerbstaetigkeit ist nach Abschluss der Erstausbildung beim Kindergeld unschaedlich?
Nach § 32 Abs. 4 S. 2 f. EStG wird ein Kind nach abgeschlossener Erstausbildung nur dann beruecksichtigt, wenn es keiner schaedlichen Erwerbstaetigkeit nachgeht. Unschaedlich sind eine regelmaessige woechentliche Arbeitszeit von bis zu 20 Stunden, ein Ausbildungsdienstverhaeltnis oder ein geringfuegiges Beschaeftigungsverhaeltnis nach §§ 8, 8a SGB IV. Wird die 20-Stunden-Grenze ueberschritten, entfaellt der Kindergeldanspruch.
Stand: Juni 2023
Welche Fahrtkosten können bei einem Teilzeit-Fernstudium steuerlich angesetzt werden?
Da die Fernuniversität bei einem Teilzeitstudium nach Auffassung des Niedersächsischen FG nicht erste Tätigkeitsstätte ist, können Fahrten zur Hochschule nach Reisekostengrundsätzen mit den tatsächlichen Kosten bzw. 0,30 € je gefahrenem Kilometer angesetzt werden. Eine Begrenzung auf die Entfernungspauschale erfolgt nicht.
Stand: Juni 2022
Welche Folgen drohen bei fehlerhafter Aufzeichnung von Trinkgeldern?
Bei Versäumnissen drohen Hinzuschätzungen durch das Finanzamt, Geldbußen von bis zu 25.000 € sowie im Extremfall ein Steuerstrafverfahren. Eine ordnungsgemäße Trennung und Dokumentation der Trinkgelder ist daher essenziell, um diese Risiken zu vermeiden.
Stand: Mai 2021
Welche Folgen hat das Urteil praktisch für Veräußerungen entnommener Grundstücke?
Wer ein Grundstück erfolgsneutral aus dem Betriebsvermögen entnimmt und innerhalb von 10 Jahren veräußert, muss die Differenz zwischen Veräußerungspreis und Buchwert vollständig als sonstige Einkünfte nach § 23 EStG versteuern. Dies gilt auch für Erben und Beschenkte im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge. Eine steuerliche Aufstockung auf den Teilwert findet nicht statt.
Stand: Juli 2022
Welche Folgen hat der Verzicht auf die Gewinnerzielungsabsicht steuerlich?
Mit der Bewilligung des Antrags werden keine Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG mehr erzielt, sodass die Einnahmenüberschussrechnung und die Anlage G entfallen. Die Regelung wirkt nicht nur für das aktuelle Jahr, sondern auch für zurückliegende noch offene und künftige Veranlagungszeiträume. Umsatzsteuerliche Pflichten bleiben hingegen unverändert bestehen.
Stand: Januar 2022
Welche Folgen hat der Wegfall der EEG-Umlage für Betreiber bestehender PV-Anlagen?
Mit dem Wegfall der EEG-Umlage werden Erzeugungszähler ab 2023 entbehrlich und können ausgebaut werden, auch wenn sie vom Netzbetreiber angemietet sind. Die Jahresabrechnung vereinfacht sich dadurch erheblich, da die Erfassung des selbst verbrauchten Stroms für die Umlage entfällt.
Stand: September 2022
Welche Folgen hat die Einstufung als Arbeitslohn für den Arbeitgeber?
Wird das Entgelt für die Fahrzeugwerbung als Arbeitslohn qualifiziert, ist darauf Lohnsteuer einzubehalten und abzuführen. Unterlässt der Arbeitgeber dies, kann das Finanzamt ihn im Wege der Lohnsteuerhaftung in Anspruch nehmen, wie es im Streitfall geschehen ist.
Stand: Februar 2020
Welche Folgen hat die Vollendung des 25. Lebensjahres eines Kindes für die Steuerfreiheit eines Immobilienverkaufs?
Mit Vollendung des 25. Lebensjahres entfällt nach § 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG die einkommensteuerliche Berücksichtigung des Kindes. Ab diesem Zeitpunkt liegt bei einer Überlassung der Wohnung an dieses Kind keine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken mehr vor. Wird die Immobilie innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist veräußert, ist der Veräußerungsgewinn dann steuerpflichtig.
Stand: Oktober 2023
Welche Folgen hat ein Befreiungsantrag nach dem 02.01.2023?
Nach dem 02.01.2023 ist in der Kranken- und Pflegeversicherung keine Befreiung von der Versicherungspflicht mehr möglich. In der Arbeitslosenversicherung wirkt eine später beantragte Befreiung erst ab Beginn des Kalendermonats, der auf die Antragstellung folgt.
Stand: September 2022
Welche Folgen hat eine Schätzung durch das Finanzamt bei der Grundsteuer?
Reicht der Steuerpflichtige die Grundsteuer-Feststellungserklärung längerfristig nicht ein, schätzt das Finanzamt den Steuergegenstand. Diese Schätzung fällt erfahrungsgemäß zum Nachteil des Steuerpflichtigen aus. Die Abgabepflicht der Feststellungserklärung bleibt trotz der Schätzung bestehen.
Stand: Februar 2023
Welche Folgen hat eine Überschreitung der 110-Euro-Grenze pro Person?
Der die 110 Euro übersteigende Betrag zählt als Arbeitslohn, kann aber pauschal mit 25 % versteuert werden. Zudem entfällt bei Überschreitung der Vorsteuerabzug für den betreffenden Kostenanteil pro Person.
Stand: Dezember 2019
Welche Folgen hatte das BFH-Urteil für die Veräußerung geerbter KG-Beteiligungen nach mehr als fünf Jahren?
Veräußert der Erbe eine geerbte Beteiligung erst nach Ablauf von fünf Jahren seit dem Todestag, ist die Steuerermäßigung nach § 35b EStG ausgeschlossen, selbst wenn die Erbschaftsteuer wegen langwieriger Erbenermittlung erst kurz zuvor festgesetzt wurde. Der entstehende Veräußerungsgewinn unterliegt dann ungemindert der Einkommensteuer.
Stand: Mai 2024
Welche Folgen kann die Schlussabrechnung der Corona-Hilfen haben?
Nach Prüfung durch die Bewilligungsstelle wird die endgültige Förderhöhe festgestellt. Daraus kann sich eine Bestätigung der ursprünglichen Förderung, eine Nachzahlung zugunsten des Antragstellers oder eine Rückzahlungspflicht ergeben. Fehlerhafte Angaben aus der Antragstellung können dabei nachträglich korrigiert werden.
Stand: Mai 2022
Welche Freibeträge gelten für Ehegatten und Kinder bei Erbschaft oder Schenkung?
Ehegatten und eingetragene Lebenspartner haben einen allgemeinen Freibetrag von 500.000 Euro, Kinder, Stiefkinder und Adoptivkinder sowie Kinder verstorbener Kinder von 400.000 Euro. Enkel erhalten 200.000 Euro, Urenkel sowie Eltern und Großeltern (bei Erbschaft) jeweils 100.000 Euro. Zusätzlich gibt es einen Freibetrag für Hausrat (41.000 Euro) und für andere bewegliche Güter (12.000 Euro).
Stand: Januar 2022
Welche Freigrenzen gelten bei der Bauabzugssteuer?
Der Steuerabzug entfällt, wenn die Gegenleistung an den jeweiligen Leistenden im Kalenderjahr 5.000 EUR nicht übersteigt. Erbringt der Leistungsempfänger ausschließlich umsatzsteuerfreie Vermietungs- und Verpachtungsumsätze nach § 4 Nr. 12 UStG, erhöht sich die Freigrenze auf 15.000 EUR pro Kalenderjahr. Werden diese Grenzen überschritten, ist der Abzug vorzunehmen, sofern keine gültige Freistellungsbescheinigung vorliegt.
Stand: Mai 2023
Welche Frist gilt für den Optionsantrag nach KöMoG?
Der Optionsantrag muss beim zuständigen Finanzamt mindestens einen Monat vor Beginn des neuen Wirtschaftsjahres eingereicht werden. Voraussetzung ist ein vorher gefasster Gesellschafterbeschluss mit mindestens 75 % Zustimmung. Die gleiche Monatsfrist gilt auch für einen späteren Rücktrittsantrag.
Stand: Juli 2021
Welche Frist gilt für die Meldung des Befreiungsantrags an die Minijob-Zentrale?
Der Arbeitgeber muss den Befreiungsantrag innerhalb von 42 Kalendertagen bzw. 6 Wochen nach Eingang des Antrags bei ihm an die Minijob-Zentrale melden. Wird diese Frist eingehalten und widerspricht die Minijob-Zentrale nicht, wirkt die Befreiung rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung, frühestens ab Beschäftigungsbeginn.
Stand: September 2022
Welche Fristen gelten für die Steuererklärung im OSS-Verfahren?
Die Steuererklärung ist verpflichtend vierteljährlich über das BZSt-Online-Portal abzugeben. Die Fristen lauten: 30. April für das I. Quartal, 31. Juli für das II. Quartal, 31. Oktober für das III. Quartal und 31. Januar des Folgejahres für das IV. Quartal. Auch ohne entsprechende Umsätze im Quartal ist eine Nullmeldung Pflicht.
Stand: Juni 2021
Welche Fristverlängerung gewährt das BMF zur Vermeidung der Entnahmebesteuerung?
Mit BMF-Schreiben vom 17.07.2023 wird aus Vertrauensschutzgründen von einer Entnahmebesteuerung abgesehen, wenn die Verstrickung der stillen Reserven bis zum 31.12.2023 aus anderen Gründen wiederhergestellt wird. So bleibt Zeit, eine geeignete Gestaltung umzusetzen.
Stand: Oktober 2023
Welche Gestaltungen vermeiden eine Entnahmebesteuerung beim Wegfall der gewerblichen Infizierung?
Möglich sind die Umwandlung in eine gewerblich geprägte Personengesellschaft (z.B. GmbH & Co. KG), die Erweiterung der PV-Anlage über die Grenzen des § 3 Nr. 72 EStG hinaus, die Aufnahme einer anderen gewerblichen Tätigkeit oder die Einbringung in eine gewerblich tätige Mitunternehmerschaft bzw. Kapitalgesellschaft. Vor der Wahl sollte geprüft werden, ob die fortgesetzte Verstrickung wirtschaftlich sinnvoll ist.
Stand: Oktober 2023
Welche Gründe führten zum Entwurf des Steuerentlastungsgesetzes 2022?
Hintergrund sind die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, insbesondere im Energiebereich, infolge von Inflation, Lieferengpässen durch die Corona-Pandemie sowie des Ukraine-Russland-Konflikts. Vor allem niedrige Einkommensgruppen sollen entlastet und zugleich der bürokratische Aufwand für die Finanzverwaltung reduziert werden.
Stand: März 2022
Welche Höchstbeträge gelten beim erweiterten Verlustrücktrag nach § 10d EStG?
Der erweiterte Verlustrücktrag wurde auf die Veranlagungszeiträume 2022 und 2023 ausgedehnt. Es gelten Höchstbeträge von 10 Mio. € bei Einzel- bzw. 20 Mio. € bei Zusammenveranlagung. Die Rückkehr zu den ursprünglichen Höchstbeträgen von 1 Mio. € bzw. 2 Mio. € erfolgt erst ab VZ 2024.
Stand: Juni 2022
Welche Inventurverfahren sind nach HGB zulässig?
Zulässig sind drei Varianten: die Stichtagsinventur innerhalb von 10 Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag, die zeitlich verlegte Inventur bis zu drei Monate vor oder zwei Monate nach dem Bilanzstichtag mit Wertfortschreibung gemäß § 241 Abs. 3 HGB sowie die permanente Inventur über die Lagerbuchhaltung. Bei der permanenten Inventur müssen die Bestände regelmäßig kontrolliert und auf Richtigkeit geprüft werden.
Stand: November 2023
Welche Konditionen gelten bei den Neustarthilfen Plus und ist eine Kombination mit der Überbrückungshilfe III Plus mögli
Die Neustarthilfen Plus richten sich an Soloselbständige, Genossenschaften und vergleichbare Antragsteller. Der maximale Erstattungsanspruch beträgt 4.500 € und entspricht 50 % des Umsatzes im Vergleich zum Referenzzeitraum. Eine parallele Beantragung von Neustarthilfen Plus und Überbrückungshilfen III Plus ist nicht möglich.
Stand: Oktober 2021
Welche Konsequenzen drohen bei verspäteter Abgabe der Grundsteuer-Feststellungserklärung?
Bei verspäteter Abgabe können Verspätungszuschläge nach § 152 AO (mindestens 25 EUR je angefangenem Monat) sowie Zwangsgelder (mindestens 200 EUR) festgesetzt werden. Zudem droht eine nachteilige Schätzung durch das Finanzamt, wobei die Abgabepflicht trotz Schätzung bestehen bleibt. In den meisten Bundesländern erhalten Säumige zunächst ein Erinnerungsschreiben.
Stand: Februar 2023
Welche Kosten rund um Arbeitskleidung sind als Werbungskosten absetzbar?
Absetzbar sind die Anschaffungskosten typischer Berufsbekleidung sowie Reinigungs- und Reparaturkosten. Bei der Anschaffung empfiehlt sich der Kauf im Fachgeschäft, um den beruflichen Charakter glaubhaft zu machen. Auch Schäden an Privatkleidung können in Ausnahmefällen abgesetzt werden, wenn der Schaden nachweislich während der beruflichen Tätigkeit entstanden ist.
Stand: Dezember 2021
Welche Kosten sind beim häuslichen Arbeitszimmer absetzbar und wie werden sie aufgeteilt?
Absetzbar sind anteilig Miete, Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas), Reinigungskosten, Versicherungen, Müllabfuhr, Schornsteinfeger, Grundsteuer, Gebäude-AfA sowie Finanzierungszinsen. Die Aufteilung erfolgt nach dem Verhältnis der Quadratmeter des Arbeitszimmers zur gesamten Wohnfläche. Kosten, die ausschließlich das Arbeitszimmer betreffen (z. B. Tapeten, Teppiche, Vorhänge), sind voll abziehbar. Arbeitsmittel fallen nicht unter die Raumkosten und werden bis 800 € (GWG) sofort oder darüber über die Nutzungsdauer abgeschrieben.
Stand: November 2021
Welche Kosten sind in der Überbrückungshilfe IV nicht mehr förderfähig?
Im Vergleich zur Überbrückungshilfe III Plus sind Modernisierungs- und Renovierungskosten in der Überbrückungshilfe IV nicht mehr als förderfähige Kostenposition ansetzbar. Die übrigen ansetzbaren Fixkosten bleiben weitgehend unverändert.
Stand: Dezember 2021
Welche Kosten werden bei der 110-Euro-Grenze einer Betriebsveranstaltung berücksichtigt?
In den Freibetrag fließen sämtliche Kosten der Veranstaltung ein, darunter Speisen und Getränke, Unterhaltungsprogramm, Beförderung, Saalmiete, Musik, Eintrittskarten, Geschenke sowie Planungskosten. Die Gesamtkosten werden durch die Anzahl aller tatsächlich anwesenden Personen geteilt.
Stand: Dezember 2019
Welche Kosten zählen zu den tatsächlichen Betriebsausgaben in der Kindertagespflege?
Zu den ansetzbaren Betriebsausgaben gehören alle Kosten, die unmittelbar mit der Kinderbetreuung zusammenhängen, etwa Beschäftigungsmaterial, Hygieneartikel, Mahlzeiten, Fahrtkosten und spezielle Versicherungen für die Kinderbetreuung. Auch Mietkosten für Räume, die zur Betreuung genutzt werden, können geltend gemacht werden. Der Ansatz erfolgt regelmäßig im Rahmen einer Einnahmenüberschussrechnung.
Stand: Juli 2021
Welche Kostenbestandteile einer Handwerkerrechnung sind nach § 35a EStG begünstigt?
Begünstigt sind ausschließlich die Arbeitsleistung sowie Maschinen- und Fahrtkosten. Materialkosten sind von der Steuerermäßigung ausgeschlossen und müssen in der Rechnung getrennt ausgewiesen werden, damit der Arbeitsanteil eindeutig erkennbar ist.
Stand: Dezember 2022
Welche Kriterien muss ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich erfüllen?
Das Arbeitszimmer muss in die häusliche Sphäre eingebunden sein, vorwiegend für gedankliche, schriftliche oder organisatorische Arbeiten dienen und zu mindestens 90 % betrieblich genutzt werden. Es muss durch Tür und Wände vom übrigen Wohnbereich abgetrennt sein – Vorhänge reichen nicht aus (BFH VIII R 10/12). Eine 'Arbeitsecke' im Wohnzimmer oder ein Durchgangszimmer wird nicht anerkannt, ebenso wenig ein Raum mit Privatgegenständen wie Fernseher oder Kleiderschrank.
Stand: November 2021
Welche Kriterien pruefen Familienkasse und Gerichte beim Verhaeltnis von Ausbildung und Erwerbstaetigkeit?
Geprueft wird insbesondere das zeitliche Verhaeltnis zwischen Ausbildungs- und Arbeitszeit sowie die Frage, ob das Kind mit der Erwerbstaetigkeit bereits die im ersten Abschnitt erworbenen Qualifikationen verwertet. Auch die vertragliche Bindung an den Arbeitgeber wird beruecksichtigt. Bleibt das zeitliche Kriterium neutral, koennen die uebrigen Indizien den Ausschlag geben, ob die Berufstaetigkeit der Ausbildung uebergeordnet ist.
Stand: Juni 2023
Welche Leistungen aus der Nebenkostenabrechnung sind nach § 35a EStG begünstigt?
Begünstigt sind insbesondere haushaltsnahe Dienstleistungen wie Treppenhausreinigung, Schneeräumdienst und Gartenpflege (§ 35a Abs. 2 EStG) sowie Handwerkerleistungen wie z.B. die Funktionsprüfung von Rauchmeldern (§ 35a Abs. 3 EStG). Voraussetzung ist ein enger Zusammenhang mit der Haushaltsführung und die Erbringung im Haushalt des Steuerpflichtigen.
Stand: August 2023
Welche Leistungen fallen unter den Bauabzugssteuerabzug nach § 48 EStG?
Erfasst werden alle Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung, Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Der Begriff Bauwerk ist weit zu fassen und umfasst alle mit dem Erdboden verbundenen Anlagen wie etwa Tunnel. Reine Planungsleistungen von Architekten oder Statikern, Wartungs- und Reinigungsarbeiten fallen nicht darunter, sofern sie nicht einer Bauleistung als Nebenleistung untergeordnet sind.
Stand: Mai 2023
Welche Leistungen sind in die Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe einzubeziehen?
Einzubeziehen sind alle Entgelte, die für den Erhalt oder die Nutzung der Tätigkeit bzw. des Werkes anfallen. Dazu zählen insbesondere gezahlte Honorare und Kommissionen bei der Veräußerung des Werkes sowie Nebenleistungen wie Telefon-, Fracht-, Material- und Personalkosten. Nicht in die Bemessung einbezogen wird die an den Künstler oder Publizisten gezahlte Umsatzsteuer.
Stand: Januar 2022
Welche Leistungsgrenzen gelten für die Steuerbefreiung von PV-Anlagen nach § 3 Nr. 72 EStG?
Die maximale steuerfreie Bruttoleistung richtet sich nach der Gebäudeart: 30 kW (peak) bei Einfamilienhäusern und nicht zu Wohnzwecken dienenden Gebäuden mit einer Einheit (z. B. Gewerbeimmobilie mit einer Gewerbeeinheit oder Garagengrundstück). Bei Zwei-/Mehrfamilienhäusern, gemischt genutzten Immobilien sowie Gewerbeimmobilien mit mehreren Einheiten gilt eine Grenze von 15 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit. Maßgeblich ist die Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister.
Stand: August 2023
Welche Lieferung ist beim Reihengeschäft die bewegte Lieferung?
Bei einem Reihengeschäft kann die Warenbewegung nur einer Lieferung zugeordnet werden (§ 3 Abs. 6a UStG). Befördert der erste Lieferer die Ware, ist seine Lieferung an den ersten Abnehmer die bewegte Lieferung, für die die Steuerbefreiung der innergemeinschaftlichen Lieferung in Betracht kommt. Die nachfolgende Lieferung gilt als ruhende Lieferung, deren Ort am Ende der Beförderung liegt (§ 3 Abs. 7 S. 2 Nr. 2 UStG).
Stand: Februar 2024
Welche Mehrheit ist für die Annahme eines Restrukturierungsplans erforderlich?
Der Restrukturierungsplan muss nicht mehr einstimmig, sondern nur noch von 75 % der Stimmrechte der Gläubiger angenommen werden (§ 9 StaRuG). Damit entfällt eine bisherige Hauptursache für das Scheitern von Sanierungsplänen. Der Plan kann vom Unternehmen selbst oder durch das Gericht durchgeführt werden.
Stand: April 2021
Welche Nachweise sind bei leerstehenden Immobilien für den Grundsteuerlass nötig?
Bei leerstehenden Immobilien wird der 50%-Erlass nur gewährt, wenn der Vermieter nachweist, dass er sich aktiv um neue Mieter bemüht hat. Geeignete Nachweise sind etwa Rechnungen von Maklern oder Inserate auf Immobilienportalen.
Stand: März 2021
Welche Nebentätigkeiten sind für die erweiterte Kürzung unschädlich, aber nicht begünstigt?
Unschädlich sind die Verwaltung eigenen Kapitalvermögens, die Bebauung von Wohnbauten, der Bau und die Veräußerung von Ein-/Zweifamilienhäusern oder Eigentumswohnungen (ohne gewerblichen Grundstückshandel) sowie die Lieferung von Strom aus erneuerbaren Energien an Mieter. Die daraus erzielten Gewinne sind jedoch nicht begünstigt und unterliegen weiterhin der Gewerbesteuer.
Stand: März 2023
Welche Nichtbeanstandungsregelung hat das BMF zur TSE-Nachrüstung erlassen?
Mit Schreiben vom 6.11.2019 hat das BMF eine bis zum 30.9.2020 befristete Nichtbeanstandungsregelung erlassen. In diesem Zeitraum wird der Einsatz von Kassensystemen ohne zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung nicht beanstandet, da nur wenige Anbieter lieferfähig waren.
Stand: November 2019
Welche Norm regelt den Werbungskostenabzug für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte?
Maßgeblich ist § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 EStG. Danach werden die Aufwendungen pauschal mit der Entfernungspauschale je vollem Entfernungskilometer abgegolten. Höhere tatsächliche Aufwendungen können nach § 9 Abs. 2 S. 2 EStG nur bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel angesetzt werden – nicht jedoch bei Pkw oder Taxi.
Stand: Dezember 2022
Welche Optionen bestehen nach Auslaufen der 20-jährigen EEG-Einspeisevergütung?
Betreiber können den Strom weiterhin über Stromanbieter (ca. 4-5 Cent/kWh) oder direkt an private Abnehmer wie Nachbarn oder Kommunen verkaufen, einen Batteriespeicher nachrüsten, die Module durch effizientere Technik ersetzen oder die Anlage demontieren. Die Wahl beeinflusst Abschreibungs- und Vorsteuerabzugsmöglichkeiten erheblich.
Stand: Juni 2021
Welche PV-Anlagen sollen nach dem JStG 2022 ertragsteuerlich steuerfrei werden?
Geplant ist eine Steuerbefreiung für Einkünfte aus PV-Anlagen bis 30 kW (Bruttonennleistung laut Marktstammdatenregister) auf, an oder in Einfamilienhäusern (einschließlich Nebengebäuden) und Gewerbeimmobilien. Bei überwiegend zu Wohnzwecken genutzten Gebäuden wie Mehrfamilienhäusern gilt eine Grenze von 15 kW je Wohn- oder Gewerbeeinheit. Insgesamt gilt pro Steuerpflichtigem oder Mitunternehmerschaft eine Obergrenze von 100 kW (Peak).
Stand: Oktober 2022
Welche Pauschale gilt 2023 für wissenschaftliche, künstlerische oder lehrende Nebentätigkeiten?
Für selbstständige wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, lehrende oder prüfende Nebentätigkeiten beträgt die Betriebsausgabenpauschale ab 2023 bis zu 25 % der Betriebseinnahmen, höchstens jedoch 900 EUR pro Jahr. Zuvor lag der Höchstbetrag bei 614 EUR jährlich.
Stand: Dezember 2023
Welche Pflichten und Wahlrechte gelten bei dauerhafter Wertminderung im Anlagevermögen?
Bei einer dauerhaften Wertminderung von Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens besteht handelsrechtlich eine Pflicht zur außerplanmäßigen Abschreibung. Steuerrechtlich besteht hingegen ein Wahlrecht zur Teilwertabschreibung. Liegt keine dauerhafte Wertminderung vor, ist die außerplanmäßige Abschreibung handelsrechtlich grundsätzlich verboten (Ausnahme: Finanzanlagen) und steuerlich nicht zulässig.
Stand: April 2021
Welche Photovoltaikanlagen und BHKW können auf die Gewinnerzielungsabsicht verzichten?
Antragsberechtigt sind Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung bis 10 kW/kWp sowie von Blockheizkraftwerken bis 2,5 kW/kWp. Berechtigt sind alle steuerpflichtigen Personen und auch Mitunternehmerschaften. Mehrere Anlagen eines Betreibers werden als ein Betrieb behandelt, sodass deren Leistung zusammengerechnet wird, unabhängig davon, ob sie auf einem oder mehreren Grundstücken stehen.
Stand: Januar 2022
Welche Prüfungs- und Warnpflichten haben Steuerberater nach § 102 StaRuG?
Steuerberater, Anwälte und Wirtschaftsprüfer als prüfende Dritte sind nach § 102 StaRuG gesetzlich verpflichtet, Mandanten auf mögliche Insolvenzgründe hinzuweisen. Sie müssen bei der Prüfung der Unterlagen gezielt auf denkbare Insolvenzursachen achten. Diese Pflicht ergänzt die bereits durch BFH-Rechtsprechung bestehenden Warnpflichten gegenüber dem Mandanten.
Stand: April 2021
Welche Rechnungsanforderungen gelten für den Vorsteuerabzug aus Verpflegungskosten?
Erforderlich ist eine ordnungsgemäße Rechnung mit separat ausgewiesener Umsatzsteuer und Angabe des Unternehmers bzw. der Gesellschaft als Leistungsempfänger. Bei Personen- oder Kapitalgesellschaften ist nur die Gesellschaft selbst vorsteuerabzugsberechtigt. Bei Kleinbetragsrechnungen bis 250 € (§ 33 UStDV) ist die Angabe des Leistungsempfängers entbehrlich.
Stand: Juli 2022