Fragen & Antworten
Antworten auf häufige Fragen.
Kuratiert aus unseren Beiträgen zu Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung — alphabetisch, nach Zielgruppe oder Thema gefiltert.
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Themen
21 Fragen · Seite 1 / 1
Gibt es Ausnahmen vom Nachrang des Gesellschafterdarlehens in der Insolvenz?
Ja, Darlehen eines nicht geschäftsführenden Minderheitsgesellschafters mit maximal 10 % Beteiligung sind grundsätzlich nicht nachrangig, unabhängig von Stimmkraft oder Gewinnbeteiligung. Eine weitere Ausnahme betrifft den Erwerb von Anteilen bei drohender oder eingetretener Zahlungsunfähigkeit. In solchen Fällen sollte vorab rechtlicher Rat eingeholt werden.
Stand: Dezember 2020
Gilt ein Gesellschafterdarlehen bilanziell als Eigen- oder Fremdkapital?
Bilanziell handelt es sich um Fremdkapital. Aufgrund des tieferen Einblicks und der Einflussmöglichkeiten des Gesellschafters wird es jedoch oft als Mischform betrachtet. Im Insolvenzfall behandelt die Insolvenzordnung das Gesellschafterdarlehen wie Eigenkapital, sodass der Gesellschafter automatisch nachrangiger Gläubiger im letzten Rang ist.
Stand: Dezember 2020
Ist die Ratingnote eines Unternehmens dauerhaft festgelegt?
Nein, die Ratingnote ist keine starre Kennzahl. Durch eine ratingorientierte Unternehmensführung und gezielte bilanzpolitische Maßnahmen kann die Geschäftsführung das Ergebnis aktiv beeinflussen. Ein direkter Austausch mit dem Banksachbearbeiter hilft, individuelle Verbesserungsansätze zu identifizieren.
Stand: Dezember 2020
Wann droht bei einem Gesellschafterdarlehen eine verdeckte Gewinnausschüttung?
Eine verdeckte Gewinnausschüttung droht, wenn das Darlehen nicht zu fremdüblichen Konditionen abgeschlossen wird. Das Finanzamt prüft insbesondere den Zinssatz sowie die Tilgungsvereinbarung. Sind die Konditionen zu günstig oder ungewöhnlich, rechnet die Finanzverwaltung die gezahlten Zinsen dem Gewinn wieder hinzu und fordert Steuern wie bei einer Gewinnausschüttung nach. Zudem muss der Vertrag exakt so eingehalten werden, wie er abgeschlossen wurde.
Stand: Dezember 2020
Warum ist der persönliche Austausch im Home-Office schwer zu ersetzen?
Trotz Mailverkehr und digitaler Tools fehlt im Home-Office das spontane Brainstorming zwischen Tür und Angel. Kurze fachliche Gespräche im Kollegenkreis bringen oft neue Lösungsansätze, die durch elektronische Kommunikation nicht vollständig ersetzt werden können. Gerade bei neuen, unklaren Themen ist dieser direkte Austausch besonders wertvoll.
Stand: Dezember 2020
Was ist das Ziel eines Bank-Ratings für Unternehmen?
Ein Rating bewertet die wirtschaftliche Lage und voraussichtliche Entwicklung eines Unternehmens sowie dessen Bonität und mögliche Risiken. Für Banken und Investoren dient es als Instrument zur Bestimmung von Schuldnerbonitäten, Ausfallwahrscheinlichkeiten und zur Minimierung von Kreditrisiken. Das Ergebnis beeinflusst maßgeblich, ob ein Kredit gewährt wird und zu welchen Konditionen.
Stand: Dezember 2020
Was ist ein Gesellschafterdarlehen und wer kann es vergeben?
Ein Gesellschafterdarlehen ist ein Kredit, den ein Gesellschafter seiner Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH) gewährt. Es unterliegt den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches und beinhaltet eine Rückzahlungspflicht des Schuldners. Solange sich die Gesellschaft nicht in der Krise befindet, darf sie das Darlehen wie eine normale Verbindlichkeit zurückzahlen. Diese Finanzierungsform ist Kapitalgesellschaften vorbehalten.
Stand: Dezember 2020
Welche Angaben sind zum wirtschaftlich Berechtigten an das Transparenzregister zu melden?
Nach § 19 Abs. 1 GwG sind alle Vornamen und der Nachname, das Geburtsdatum, der Wohnort, alle Staatsangehörigkeiten sowie Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses anzugeben. Die Meldung erfolgt online unter www.transparenzregister.de nach vorheriger Registrierung. Verantwortlich für die Meldung ist die Geschäftsleitung der jeweiligen Gesellschaft bzw. der Treuhänder.
Stand: August 2021
Welche Bilanzbereiche sollten zur Verbesserung des Ratings im Fokus stehen?
Zentrale Stellschrauben sind die Erhöhung des Eigenkapitals, die Steigerung der Ertragskraft, der Abbau der Verschuldung sowie die Sicherstellung der Liquidität. Eine vorausschauende Bilanzpolitik in diesen Bereichen wirkt sich unmittelbar auf die von Banken herangezogenen Ratingkennzahlen aus.
Stand: Dezember 2020
Welche Bußgelder drohen bei unterlassener oder fehlerhafter Meldung an das Transparenzregister?
Die Nichtmeldung sowie eine nicht rechtzeitige oder unvollständige Meldung stellt eine Ordnungswidrigkeit nach § 56 Abs. 1 Nr. 55 ff. GwG dar. Diese kann mit Bußgeldern von bis zu 1 Mio. Euro geahndet werden. Bei schwerwiegenden, wiederholten oder systematischen Verstößen kann das Bußgeld noch deutlich höher ausfallen.
Stand: August 2021
Welche Prozessschritte durchläuft ein Rating?
Zunächst werden Insolvenzrisiken in Risikoklassen eingeteilt und mit Hilfe von Kennzahlen dargestellt. Anschließend werden die Kennzahlen zu einem Kennzahlensystem verknüpft und durch Prüfung der Ausprägungen zu einem Risikourteil verdichtet. Auf Basis dieses Urteils werden gezielte Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt.
Stand: Dezember 2020
Welche Risiken bestehen bei der Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens vor einer Insolvenz?
Hat das Unternehmen ein Gesellschafterdarlehen vor einer Insolvenz zurückgezahlt, kann der Insolvenzverwalter die Rückzahlung unter bestimmten Voraussetzungen anfechten. Dies gilt auch dann, wenn sich das Unternehmen zum Zeitpunkt der Rückzahlung noch gar nicht in einer Krise befand. Daher ist Vorsicht bei Tilgungen geboten, insbesondere in wirtschaftlich angespannten Phasen.
Stand: Dezember 2020
Welche Vorteile bietet eine digitalisierte Kanzlei im Lockdown?
Eine weitgehend digitalisierte Kanzlei kann kurzfristig auf Home-Office umstellen, da Unterlagen elektronisch verfügbar sind und Mitarbeiter ortsunabhängig arbeiten können. Papierordner müssen nicht transportiert werden, was Flexibilität schafft. Zudem bleibt mehr Kapazität, um sich auf neue fachliche Herausforderungen wie Kurzarbeit oder Überbrückungshilfen zu konzentrieren.
Stand: Dezember 2020
Welche fachlichen Herausforderungen brachte die Corona-Pandemie für Steuerkanzleien?
Kanzleien mussten sich fast täglich in neue Regelungen, Beschlüsse und Informationen einarbeiten, ohne auf bisherige Erfahrungswerte zurückgreifen zu können. Themen wie Kurzarbeit, Umsatzsteueränderungen und Anträge auf Überbrückungshilfen betrafen nahezu alle Mandanten. Vieles musste nach dem Prinzip 'Learning by doing' bewältigt werden.
Stand: Dezember 2020
Welche konkreten Maßnahmen verbessern die Ratingnote eines Unternehmens?
Wirkungsvoll sind insbesondere die Verbesserung der Eigenkapitalquote, der Abbau von Warenbeständen und Forderungen sowie die Optimierung der Finanzstruktur (Working Capital, Anlagendeckung). Hinzu kommen die Anpassung von Kreditlaufzeiten, die Erhöhung der Rentabilität, die Reduzierung von Verschuldung und Anlagevermögen, die Steigerung des Cash Flows sowie eine optimierte Kommunikation mit Kapitalgebern.
Stand: Dezember 2020
Welche Übergangsfristen gelten für die Erstmeldung zum Transparenzregister?
AG, SE und KGaA mussten bis zum 31.03.2022 melden, GmbH, Genossenschaft, Europäische Genossenschaft und Partnerschaft bis zum 30.06.2022, alle übrigen Rechtseinheiten bis spätestens 31.12.2022. Die Übergangsfristen gelten jedoch nicht, wenn die Eintragungspflicht bereits nach altem Recht bis zum 31.07.2021 bestand oder wenn eine Eintragung ausdrücklich gefordert wird, etwa im Rahmen von Überbrückungshilfen.
Stand: August 2021
Wer gilt als wirtschaftlich Berechtigter im Sinne des Geldwäschegesetzes?
Wirtschaftlich Berechtigter ist gemäß § 3 Abs. 2 GwG jede natürliche Person, die unmittelbar oder mittelbar mehr als 25% der Kapitalanteile oder Stimmrechte hält oder auf vergleichbare Weise Kontrolle ausübt. Lässt sich kein tatsächlicher wirtschaftlich Berechtigter ermitteln, sind die fiktiv wirtschaftlich Berechtigten zu melden, also z.B. der Geschäftsführer oder Vorstand. Bei Stiftungen und treuhänderischen Gestaltungen gelten erweiterte Regelungen nach § 3 Abs. 3 GwG.
Stand: August 2021
Wer ist seit dem TraFinG zur Meldung an das Transparenzregister verpflichtet?
Seit Inkrafttreten des Transparenzregister- und Finanzinformationsgesetzes (TraFinG) zum 01.08.2021 sind grundsätzlich alle juristischen Personen des Privatrechts (z.B. GmbH, AG, Genossenschaft) sowie eingetragenen Personengesellschaften (z.B. OHG, KG, Partnerschaftsgesellschaft) meldepflichtig. Auch Treuhandgestaltungen und vergleichbare Rechtsgestaltungen müssen ihre wirtschaftlich Berechtigten melden. Die bisherige Meldefiktion bei elektronisch abrufbaren Registereintragungen ist entfallen, da das Transparenzregister nun ein Vollregister ist.
Stand: August 2021
Wie können Mandanten von einer gut digitalisierten Steuerkanzlei in Krisenzeiten profitieren?
Eine digital aufgestellte Kanzlei bleibt auch im Lockdown handlungsfähig und kann Mandanten zeitnah bei Kurzarbeit, Umsatzsteueränderungen oder Anträgen auf Überbrückungshilfen unterstützen. Durch digitale Kommunikationswege und schnellen Informationsfluss können Fragen rasch beantwortet werden. Mandanten und Kanzlei arbeiten sich gemeinsam in neue Themen ein.
Stand: Dezember 2020
Wie oft müssen Eintragungen im Transparenzregister überprüft und aktualisiert werden?
Die Eintragungen sind laufend, mindestens jedoch einmal jährlich auf Vollständigkeit und Aktualität zu überprüfen. Änderungen bei den wirtschaftlich Berechtigten, etwa durch geänderte Beteiligungsverhältnisse, Wohnortwechsel oder Namensänderungen, sind unverzüglich mitzuteilen. Die Prüfung und Ermittlung der wirtschaftlich Berechtigten sollten dokumentiert und die Dokumentation aufbewahrt werden.
Stand: August 2021
Wie stark beeinflusst die Ratingnote den Kreditzinssatz?
Die Ratingnote wirkt sich erheblich auf die Zinskonditionen aus. Bei der KfW liegt die Zinsspanne zwischen einer guten und einer schlechten Note bei mehr als 4 Prozentpunkten. Bei örtlichen Hausbanken kann die Spanne zwischen 1,5 % und 5,4 %, im Einzelfall sogar bis zu 8 % betragen.
Stand: Dezember 2020