Fragen & Antworten
Antworten auf häufige Fragen.
Kuratiert aus unseren Beiträgen zu Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung — alphabetisch, nach Zielgruppe oder Thema gefiltert.
Für Sie als…
Themen
117 Fragen · Seite 1 / 3
Ab wann entfällt der quotale Verlustuntergang nach § 8c Abs. 1 KStG?
Nach dem Bundestagsbeschluss vom 08.11.2018 wird § 8c Abs. 1 KStG komplett ersatzlos gestrichen. Damit gilt die Regelung nicht nur für den vom BVerfG beanstandeten Zeitraum 2008 bis 2015, sondern entfällt auch für Beteiligungserwerbe ab 2016. Anteilsübertragungen zwischen 25 % und 50 % führen folglich nicht mehr zum anteiligen Verlustuntergang.
Stand: November 2018
Ab wann greift die Dokumentationspflicht für grenzüberschreitende Steuergestaltungen nach der EU-Melderichtlinie?
Die EU-Melderichtlinie verlangt bereits seit dem 25.6.2018 gewisse Dokumentationsobliegenheiten, obwohl die eigentliche Berichtspflicht erst zum 31.8.2020 erfüllt werden muss. Damit besteht ein sogenannter Vorwirkungszeitraum, in dem Steuerpflichtige und Intermediäre relevante Gestaltungen prüfen und dokumentieren müssen, obwohl die nationalen Umsetzungsgesetze noch nicht vollständig verabschiedet sind.
Stand: Juli 2019
Ab wann liegt steuerlich ein Frühstück als Mahlzeit vor?
Ein lohnsteuerlich relevantes Frühstück setzt voraus, dass zu den Backwaren mindestens ein Aufstrich oder Belag gereicht wird. Erst dann handelt es sich um eine Mahlzeit, deren unentgeltliche Abgabe mit dem amtlichen Sachbezugswert als Arbeitslohn zu erfassen ist.
Stand: Oktober 2019
Ab welchem Veranlagungsjahr gilt die verlängerte Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung?
Die verlängerte Abgabefrist gilt erstmals für die Einkommensteuererklärung des Jahres 2018, die im Jahr 2019 einzureichen ist. Steuerpflichtige haben damit ab 2019 zwei Monate mehr Zeit für die Erstellung und Abgabe ihrer Erklärung.
Stand: Januar 2019
Bis wann gilt die alte Grundsteuer-Berechnung noch?
Das Bundesverfassungsgericht hat eine Übergangsregelung vorgesehen: Bis zum 31. Dezember 2024 darf die bisherige Berechnung weiter angewendet werden. Ab dem 1. Januar 2025 muss die Neuregelung verbindlich zur Anwendung kommen.
Stand: August 2019
Bis wann hält der Bundesrechnungshof eine vollständige Soli-Abschaffung für umsetzbar?
Nach Einschätzung des Bundesbeauftragten für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung (BWV) wäre ein vollständiger Abbau des Solidaritätszuschlags bis zum Ende des neuen Finanzplanungszeitraums im Jahr 2023 möglich. Dies sei auch mit den Vorgaben der Schuldenregel vereinbar, wenn entsprechende Planungsreserven im Finanzplan 2019 bis 2023 vorgesehen werden.
Stand: Juni 2019
Bis wann muss die Einkommensteuererklärung für 2018 abgegeben werden?
Die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2018 muss grundsätzlich bis zum 31.07.2019 beim Finanzamt eingereicht werden. Damit gilt ab dem Veranlagungsjahr 2018 eine um zwei Monate verlängerte Abgabefrist gegenüber dem früheren Stichtag 31.05. des Folgejahres.
Stand: Januar 2019
Fallen Kosten für Einrichtungsgegenstände bei doppelter Haushaltsführung unter die 1.000-Euro-Grenze?
Nein. Nach dem BFH-Urteil vom 04.04.2019 (VI R 18/17) zählen Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat einschließlich der AfA nicht zu den Unterkunftskosten im Sinne des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG. Sie sind als sonstige Mehraufwendungen der doppelten Haushaltsführung in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar, soweit sie notwendig sind.
Stand: Juni 2019
Führt die Grundsteuerreform zu höheren Wohnkosten?
Grundsätzlich soll Wohnraum durch die Reform nicht teurer werden. Da die Grundstückswerte seit Jahrzehnten meist gestiegen sind, kann der Bund über die Steuermesszahl gegensteuern, und die Gemeinden sind angehalten, ihre Hebesätze entsprechend anzupassen. Eine Mehrbelastung für Mieter und Eigentümer insbesondere in Ballungsgebieten ist dennoch nicht ausgeschlossen.
Stand: August 2019
Gilt bei befristeten Arbeitsverhältnissen eine erste Tätigkeitsstätte?
Ja, wenn der Arbeitnehmer für die Dauer des befristeten Arbeitsverhältnisses an einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung tätig werden soll, liegt dort eine erste Tätigkeitsstätte vor. Wird der Arbeitnehmer während der Befristung einer anderen Tätigkeitsstätte zugeordnet, entfällt die erste Tätigkeitsstätte und es gelten ab diesem Zeitpunkt wieder die Dienstreisegrundsätze.
Stand: Juli 2019
Gilt der Sonderausgabenabzug auch für Beiträge, die direkt vom Lohn des Kindes einbehalten wurden?
Grundsätzlich ja, sofern die Eltern unterhaltsverpflichtet sind und dem Kind die einbehaltenen Beiträge tatsächlich erstatten. Werden die Beiträge dem Kind nicht in Geld zurückerstattet, bleibt nur dem Kind selbst der Abzug in seiner eigenen Steuererklärung möglich.
Stand: September 2019
Gilt der Urlaubsabgeltungsanspruch der Erben auch gegenüber privaten Arbeitgebern?
Ja. Der EuGH stellte klar, dass sich die Erben unmittelbar auf das Unionsrecht berufen können, unabhängig davon, ob es sich um einen öffentlichen oder einen privaten Arbeitgeber handelt. Schließt das nationale Recht eine Abgeltung aus, hat das Unionsrecht Vorrang.
Stand: November 2018
Gilt die Streichung des § 8c Abs. 1 KStG auch für die Gewerbesteuer?
Ja, die Streichung wird über § 36 Abs. 2d GewStG auch gewerbesteuerlich nachvollzogen. Damit bleibt der gewerbesteuerliche Verlustvortrag bei quotalen Anteilserwerben ebenfalls erhalten. Eine parallele Behandlung von Körperschaft- und Gewerbesteuer ist hierdurch sichergestellt.
Stand: November 2018
Hat ein Streifenpolizist an seiner Dienststelle eine erste Tätigkeitsstätte?
Ja. Der BFH hat mit Urteil vom 4.4.2019 (VI R 27/17) entschieden, dass ein Streifenpolizist an der ihm dienstrechtlich zugeordneten Polizeidienststelle seine erste Tätigkeitsstätte hat. Es genügt, dass er dort Schreibarbeiten und Dienstantrittsbesprechungen erledigt; der Außendienstschwerpunkt ist unerheblich.
Stand: Juli 2019
In welchen Bereichen bringt die Digitalisierung der Buchhaltung den größten Produktivitätsgewinn?
Vorteile entstehen vor allem bei der automatischen Datenübernahme aus Vorsystemen, der vereinfachten Berichterstattung und neuen Auswertungsmöglichkeiten aus vernetzten Daten. Zudem verbessern sich Dokumentenmanagement und Schnittstellen/Konverter zwischen verschiedenen Programmen. Dadurch werden Routineaufgaben reduziert und mehr Kapazität für Analyse und Beratung frei.
Stand: März 2017
Ist Fahrschulunterricht für die Führerscheinklassen B und C1 umsatzsteuerpflichtig?
Ja, Fahrschulunterricht zum Erwerb der Führerscheinklassen B und C1 unterliegt der Umsatzsteuer. Dies hat der BFH mit Urteil vom 23.5.2019 (V R 7/19) unter Bezugnahme auf das EuGH-Urteil vom 14.3.2019 (C-449/17) bestätigt. Fahrschulen müssen die gesetzliche Umsatzsteuer in ihren Rechnungen ausweisen und abführen.
Stand: August 2019
Ist die Neuregelung zur ersten Tätigkeitsstätte verfassungsgemäß?
Ja. Der BFH hat die Neuregelung des Reisekostenrechts als verfassungsgemäß bestätigt. Der Gesetzgeber habe sein Regelungsermessen nicht überschritten, da sich Arbeitnehmer auf die immer gleichen Wege einstellen und somit ihre Wegekosten mindern könnten.
Stand: Juli 2019
Ist eine rückwirkende Förderung über das Baukindergeld möglich?
Ja, eine rückwirkende Förderung zum 01.01.2018 ist möglich, wenn das Datum des notariellen Kaufvertrags bzw. der Baugenehmigung im Jahr 2018 liegt. Voraussetzung bleibt die fristgerechte Antragstellung innerhalb von drei Monaten nach Einzug.
Stand: Dezember 2018
Ist frisches Obst für Arbeitnehmer steuerpflichtiger Arbeitslohn?
Nein, auch die Bereitstellung von frischem Obst am Arbeitsplatz führt nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Sie wird steuerlich genauso behandelt wie die Bereitstellung von unbelegten Backwaren und Heißgetränken und gilt als Aufmerksamkeit des Arbeitgebers.
Stand: Oktober 2019
Kann der Arbeitgeber Umzugskosten steuerfrei erstatten?
Ja, wenn der Umzug im besonderen betrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegt, kann dieser die steuerlich absetzbaren Umzugskosten lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Eine solche Erstattung ist eine Alternative zum Werbungskostenabzug in der eigenen Steuererklärung. Es empfiehlt sich, dies bereits bei Vertragsverhandlungen mit dem neuen Arbeitgeber anzusprechen.
Stand: Juli 2019
Können Eltern die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ihres Kindes als Sonderausgaben absetzen?
Ja, Eltern können die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ihres unterhaltsberechtigten Kindes als eigene Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Voraussetzung ist eine bestehende Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind. Der Abzug erfolgt im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen in der Einkommensteuererklärung der Eltern.
Stand: September 2019
Können Erben Anspruch auf Vergütung des nicht genommenen Urlaubs eines Verstorbenen geltend machen?
Ja. Nach einem Urteil des EuGH vom 06.11.2018 geht der Anspruch eines verstorbenen Arbeitnehmers auf finanzielle Abgeltung des nicht genommenen bezahlten Jahresurlaubs grundsätzlich im Wege der Erbfolge auf die Erben über. Die Erben können von dem ehemaligen Arbeitgeber eine finanzielle Vergütung für den offenen Urlaub verlangen.
Stand: November 2018
Muss der Sachbezugswert für Frühstück angesetzt werden, wenn der Arbeitgeber nur Brötchen und Kaffee bereitstellt?
Nein, ein Ansatz des amtlichen Sachbezugswerts für ein Frühstück ist nicht vorzunehmen. Da es sich nach BFH-Rechtsprechung nicht um eine Mahlzeit handelt, entsteht kein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Die Bereitstellung gilt als Aufmerksamkeit zur Ausgestaltung des Arbeitsplatzes.
Stand: Oktober 2019
Rechtfertigt der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen eine abweichende Beurteilung?
Nein. Das BSG hat ausdrücklich festgestellt, dass ein Fachkräftemangel keinen Einfluss auf die rechtliche Beurteilung der Versicherungspflicht hat. Sozialrechtliche Regelungen dürfen nicht ausgesetzt werden, nur um den Beruf durch eine von Sozialversicherungsbeiträgen entlastete höhere Entlohnung attraktiver zu machen.
Stand: Juni 2019
Reicht Naturalunterhalt aus, um die Versicherungsbeiträge des Kindes steuerlich abzusetzen?
Nein, die bloße Gewährung von Naturalunterhalt (z.B. freie Kost und Logis im Elternhaus) genügt nicht. Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 13.03.2018 (X R 25/15) entschieden, dass die Eltern dem Kind die Beiträge tatsächlich gezahlt oder erstattet haben müssen, um sie absetzen zu können.
Stand: September 2019
Schließt die hohe Qualifikation eines Arztes als Dienst höherer Art eine Sozialversicherungspflicht aus?
Nein. Das BSG stellt klar, dass die besondere Qualität der ärztlichen Heilkunde eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht von vornherein ausschließt. Ausschlaggebend ist allein, ob der Arzt weisungsgebunden tätig und in die Arbeitsorganisation eingegliedert ist.
Stand: Juni 2019
Sieht der deutsche Referentenentwurf Sanktionen für den Vorwirkungszeitraum vor?
Nein, der deutsche Referentenentwurf vom 30.1.2019 sieht für Steuergestaltungen, deren erster Umsetzungsschritt zwischen dem 25.6.2018 und dem 1.7.2020 erfolgt, keine Sanktionierung einer fehlerhaften oder unterbliebenen Berichterstattung vor. Das schützt allerdings nicht vor möglichen Sanktionen anderer Mitgliedsstaaten, deren Recht ebenfalls einschlägig sein kann.
Stand: Juli 2019
Sind Honorarärzte im Krankenhaus sozialversicherungspflichtig?
Ja, nach dem BSG-Urteil vom 4.6.2019 (B 12 R 11/18 R) sind Honorarärzte, die in einem Krankenhaus tätig sind, regelmäßig als abhängig Beschäftigte einzustufen und unterliegen damit der Sozialversicherungspflicht. Eine selbständige Tätigkeit liegt nur in atypischen Ausnahmefällen vor. Maßgeblich ist die Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Krankenhauses.
Stand: Juni 2019
Sind Umzugskosten auch bei privatem Anlass steuerlich begünstigt?
Bei rein privat veranlassten Umzügen ist kein Werbungskostenabzug möglich, jedoch können haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG geltend gemacht werden. Begünstigt sind Lohn- und Fahrtkosten z.B. eines Umzugsunternehmens oder Handwerkers, nicht aber Materialkosten. Die Steuerermäßigung beträgt 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro pro Jahr bei maximal 20.000 Euro begünstigten Aufwendungen.
Stand: Juli 2019
Sind auch Betriebskosten und Stromkosten in die 1.000-Euro-Höchstgrenze einzubeziehen?
Ja. Nach der BFH-Rechtsprechung (bestätigt durch Beschluss vom 12.07.2017 – VI R 42/15) gehören sowohl warme als auch kalte Betriebskosten einschließlich der Stromkosten zu den Unterkunftskosten und unterliegen damit der monatlichen Höchstgrenze von 1.000 Euro.
Stand: Juni 2019
Sind unbelegte Brötchen mit Heißgetränk lohnsteuerlich ein Frühstück?
Nein. Der BFH hat mit Urteil vom 03.07.2019 (Az. VI R 36/17) entschieden, dass unbelegte Backwaren in Verbindung mit einem Heißgetränk kein Frühstück im lohnsteuerrechtlichen Sinne darstellen. Es fehlt an einem typischen Bestandteil wie Aufstrich oder Belag, der selbst für ein einfaches Frühstück erforderlich wäre.
Stand: Oktober 2019
Unter welchen Voraussetzungen entfällt der Sachbezug bei Mitarbeiterwohnungen?
In hochpreisigen Ballungsgebieten wird ein Bewertungsabschlag eingeführt: Der Sachbezugsansatz für eine vom Arbeitgeber überlassene Wohnung unterbleibt, wenn die gezahlte Miete inklusive Nebenkosten mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts beträgt und der ortsübliche Mietwert 20 EUR pro qm ohne Nebenkosten nicht übersteigt.
Stand: August 2019
Unter welchen Voraussetzungen kann Unterricht nach § 4 Nr. 21 UStG steuerfrei sein?
Nach § 4 Nr. 21 UStG sind Unterrichtsleistungen privater Schulen und anderer allgemein- oder berufsbildender Einrichtungen steuerfrei, wenn sie unmittelbar dem Schul- und Bildungszweck dienen. Voraussetzung ist insbesondere eine Bescheinigung der zuständigen Landesbehörde, dass die Einrichtung ordnungsgemäß auf einen Beruf oder eine vor einer juristischen Person des öffentlichen Rechts abzulegende Prüfung vorbereitet. Fehlt diese Bescheinigung, kommt eine Steuerbefreiung nicht in Betracht.
Stand: August 2019
Wann darf eine erhaltene Anzahlung erfolgswirksam ausgebucht werden?
Die Ausbuchung der passivierten Anzahlung erfolgt erst zu dem Zeitpunkt, in dem die vereinbarte Leistung erbracht und damit die Forderung gegenüber dem Kunden realisiert ist. Die Anzahlung wird dann mit der zu aktivierenden Forderung verrechnet, und der zuvor gebildete aktive Rechnungsabgrenzungsposten für die Umsatzsteuer wird erfolgsneutral aufgelöst.
Stand: September 2019
Wann entsteht die Umsatzsteuer bei erhaltenen Anzahlungen?
Bei der Besteuerung nach vereinbarten Entgelten entsteht die Umsatzsteuer grundsätzlich mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistung ausgeführt wurde. Wird jedoch eine Anzahlung vor der Leistungserbringung vereinnahmt, entsteht die Umsatzsteuer bereits mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem das Entgelt vereinnahmt wurde (Mindest-Ist-Versteuerung nach § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a Satz 4 UStG).
Stand: September 2019
Wann gilt ein Umzug als beruflich veranlasst?
Ein beruflicher Anlass liegt vor, wenn der Umzug mit einem Arbeitsplatzwechsel zusammenhängt, etwa bei Berufseinstieg, Verlegung des Firmensitzes oder Arbeitgeberwechsel. Zudem wird ein beruflicher Anlass anerkannt, wenn sich die tägliche Fahrzeit zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte um mindestens eine Stunde verkürzt. In diesem Fall ist ein Wechsel des Wohnortes nicht zwingend erforderlich, sodass auch Umzüge innerhalb einer Stadt begünstigt sein können.
Stand: Juli 2019
Warum besteht der Urlaubsanspruch trotz Todes des Arbeitnehmers fort?
Das Recht auf bezahlten Jahresurlaub ist in der Charta der Grundrechte der EU verankert und besteht aus zwei Komponenten: der Freistellung zur Erholung und der Bezahlung während des Urlaubs. Auch wenn die Erholungskomponente nach dem Tod nicht mehr realisierbar ist, bleibt der finanzielle Anspruch bestehen und kann vererbt werden.
Stand: November 2018
Warum fordert der Bundesrechnungshof die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags?
Der Bundesrechnungshof sieht erhebliche verfassungsrechtliche und finanzwirtschaftliche Risiken bei einer Teilbeibehaltung des Soli. Da die Grundlage für den Solidaritätszuschlag Ende 2019 mit dem Auslaufen des Solidarpakts II wegfällt, besteht die Gefahr, dass der Bund – ähnlich wie bei der Kernbrennstoffsteuer – zu milliardenschweren Steuerrückzahlungen verurteilt wird. Eine vollständige und zügige Abschaffung wäre rechtssicherer.
Stand: Juni 2019
Warum führen Steuerkanzleien IT-Gespräche vor Aufnahme neuer Mandate ein?
Die Digitalisierung verändert die Datenübergabe und macht abgestimmte technische Prozesse notwendig. Vor Mandatsaufnahme wird geklärt, welche Systeme, Schnittstellen und Sicherheitsstandards beim Mandanten bestehen und wie der Datenaustausch effizient sowie GoBD-konform erfolgen kann. Auch Bestandsmandate werden in dieses Qualitätsmanagement sukzessive einbezogen.
Stand: März 2017
Warum gilt Fahrschulunterricht nicht als steuerfreier Schul- und Bildungsunterricht?
Der EuGH hat entschieden, dass Fahrschulunterricht kein Unterricht im Sinne des Art. 132 Abs. 1 Buchst. i und j MwStSystRL ist und damit nicht mit klassischem Schul- und Hochschulunterricht gleichgesetzt werden kann. Die Vermittlung von Fahrkenntnissen stellt einen spezialisierten Unterricht dar, der allein nicht ausreicht, um die für eine Steuerbefreiung geforderte Breite und Tiefe der Allgemeinbildung zu erfüllen.
Stand: August 2019
Warum gilt Polen bei der Umsetzung der Melderichtlinie als abschreckendes Beispiel?
Polen hat die Berichtspflichten bereits ab dem 1.1.2019 scharf geschaltet, drakonische Strafen vorgesehen und den Anwendungsbereich erweitert. Zusätzlich muss der einzelne Berater persönlich gemeldet werden und eine Unterschrift leisten. Dies führt zu erheblicher Verunsicherung und veranlasst Unternehmen, ihr Engagement in Polen zurückzufahren oder vorsorglich alles zu melden.
Stand: Juli 2019
Warum ist der Soli laut BRH kein geeignetes Instrument zur Tarifspreizung der Einkommensteuer?
Der Solidaritätszuschlag wurde ursprünglich zur Finanzierung der Deutschen Einheit eingeführt und ist zweckgebunden. Wenn die Regierung eine stärkere Spreizung der Einkommensteuerbelastung erreichen will, wäre nach Auffassung des Bundesrechnungshofes eine Anpassung des Einkommensteuertarifs der richtige Weg, nicht die selektive Beibehaltung des Soli für höhere Einkommen.
Stand: Juni 2019
Warum ist in der Steuerbilanz ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten für die USt zu bilden?
Da die Anzahlung in der Steuerbilanz in voller Höhe (brutto) als Verbindlichkeit zu passivieren ist, wird die bereits abzuführende Umsatzsteuer zunächst als Aufwand erfasst. Hierfür ist zum Bilanzstichtag ein aktiver Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden. Dieser wird erfolgsneutral aufgelöst, sobald das zugrunde liegende Rechtsgeschäft ausgeführt und die Anzahlung mit der zu aktivierenden Forderung verrechnet wird.
Stand: September 2019
Warum muss die Grundsteuer in Deutschland reformiert werden?
Das Bundesverfassungsgericht hat im April 2018 die bisherige Grundsteuer für verfassungswidrig erklärt, weil sie auf veralteten Einheitswerten basiert. Diese stammen in den alten Bundesländern aus dem Jahr 1964 und in den neuen Bundesländern sogar aus dem Jahr 1935. Bis Ende 2019 musste der Gesetzgeber eine Neuregelung schaffen, sonst hätte keine Grundsteuer mehr erhoben werden dürfen.
Stand: August 2019
Warum sollten wertlose Aktien noch in 2019 verkauft werden?
Ab dem 01.01.2020 sieht der Gesetzesentwurf (§ 20 Abs. 2 S. 3 EStG-Entwurf) vor, dass die Ausbuchung oder Übertragung wertloser Aktien steuerlich nicht mehr als Veräußerung gilt. Damit können Verluste aus solchen Vorgängen ab 2020 nicht mehr mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnet werden. Wer einen Wertverlust absehen kann, sollte den Verkauf daher noch bis spätestens 31.12.2019 durchführen, um den Verlust steuerlich zu nutzen.
Stand: Oktober 2019
Warum wurde der quotale Verlustuntergang nach § 8c Abs. 1 KStG gestrichen?
Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 29.03.2017 entschieden, dass § 8c Abs. 1 KStG für Anteilserwerbe zwischen dem 01.01.2008 und dem 31.12.2015 mit dem Grundgesetz unvereinbar ist. Als Reaktion plante der Gesetzgeber zunächst eine Streichung nur für diesen Zeitraum. Der Bundestag entschied sich am 08.11.2018 jedoch für eine vollständige ersatzlose Streichung der Regelung.
Stand: November 2018
Was bedeutet die Öffnungsklausel bei der Grundsteuerreform?
Die Öffnungsklausel ist ein Kompromiss zwischen Union und SPD, der es den Bundesländern erlaubt, vom wertabhängigen Bundesmodell abzuweichen und stattdessen ein Flächenmodell anzuwenden. Damit können Länder eine einfachere Berechnung anhand der Grundstücks- und Gebäudefläche wählen.
Stand: August 2019
Was bedeutet eine Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2015 für eine Steuerkanzlei?
Die DIN ISO 9001:2015 ist eine international anerkannte Norm für Qualitätsmanagementsysteme. Eine Zertifizierung bestätigt, dass die internen Prozesse einer Kanzlei dokumentiert, regelmäßig überprüft und kontinuierlich verbessert werden. Für Mandanten bedeutet das eine garantierte Prozessqualität bei der Bearbeitung ihrer Anliegen.
Stand: Oktober 2016
Was hat der BFH im Urteil X R 25/15 vom 13.03.2018 konkret entschieden?
Der BFH hat entschieden, dass Eltern die vom Arbeitgeber des Kindes einbehaltenen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nur dann als eigene Sonderausgaben abziehen dürfen, wenn sie diese Beträge dem Kind auch tatsächlich erstattet oder gezahlt haben. Die Gewährung von Naturalunterhalt erfüllt diese Voraussetzung nicht.
Stand: September 2019
Was hat der EuGH am 14.05.2019 zur Arbeitszeiterfassung entschieden?
Der EuGH hat entschieden, dass die EU-Mitgliedstaaten Arbeitgeber verpflichten müssen, die gesamte tägliche Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer systematisch zu erfassen. Nur so könnten die Einhaltung der Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten sowie der Gesundheitsschutz der Beschäftigten gewährleistet werden. Arbeitgeber müssen daher ein objektives, verlässliches und zugängliches Zeiterfassungssystem einrichten.
Stand: August 2019