Fragen & Antworten
Antworten auf häufige Fragen.
Kuratiert aus unseren Beiträgen zu Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung — alphabetisch, nach Zielgruppe oder Thema gefiltert.
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656 Fragen · Seite 10 / 14
Welche gesetzliche Grundlage regelt die Behandlung von Bildungseinrichtungen als erste Tätigkeitsstätte?
Maßgeblich ist § 9 Abs. 4 Satz 8 EStG in der seit dem Veranlagungszeitraum 2014 geltenden Fassung des reformierten Reisekostenrechts. Danach gilt eine außerhalb eines Arbeitsverhältnisses zum Zweck eines Vollzeitstudiums oder einer Vollzeitbildungsmaßnahme aufgesuchte Bildungseinrichtung als erste Tätigkeitsstätte.
Stand: Oktober 2020
Welche haushaltsnahen Dienstleistungen sind steuerlich begünstigt?
Für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen gibt es eine Steuerermäßigung. Die Infografik finden Sie im Merkblatt-Verzeichnis unter "Haushaltsnahe Dienstleistungen". (Quelle: Deubner Verlag)
Welche konkreten Umbaumaßnahmen sind steuerlich anerkannt?
Anerkannt werden u.a. Rollstuhlrampen, barrierefreie Hauszugänge, Treppenlifte, behindertengerechte Bäder und Küchen, Sitzbadewannen mit Tür, schwellenfreie Terrassentüren, rollstuhlgerecht verbreiterte Türen, niedrigere Fenstergriffe und Lichtschalter sowie Haltevorrichtungen in Räumen. Auch der Umbau eines ebenerdigen Raumes zum Schlafzimmer zählt dazu.
Stand: November 2019
Welche neuen EEG-Einspeisevergütungen gelten für PV-Anlagen mit Eigenversorgung?
Für PV-Anlagen mit Eigenversorgung, die ab dem 30.07.2022 in Betrieb genommen wurden, gelten neue Vergütungssätze: 8,2 Cent/kWh für Anlagen bis 10 kWp und 7,1 Cent/kWh für den Leistungsanteil darüber. Bei einer 13-kWp-Anlage ergibt sich damit ein Mischsatz von rund 7,9 Cent/kWh. Die Anwendung steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der EU-Freigabe.
Stand: September 2022
Welche neuen Faktoren werden im Sachwertverfahren berücksichtigt?
Im Sachwertverfahren werden zusätzlich ein Regionalfaktor, dessen Höhe der Gutachterausschuss regional festlegt, sowie ein Altersminderungsfaktor eingeführt. Außerdem werden die Wertzahlen nach Anlage 25 BewG auf das aktuelle Marktniveau angehoben. Beide Anpassungen führen typischerweise zu höheren Immobilienwerten.
Stand: November 2022
Welche praktische Konsequenz hat das BFH-Urteil II R 32/20 für Grundstückskäufer?
Käufer, die ein unerschlossenes Grundstück von einer erschließungspflichtigen Gemeinde erwerben und sich zur Zahlung künftiger Erschließungsbeiträge verpflichten, müssen auf den Erschließungsanteil keine Grunderwerbsteuer zahlen. Auch ein einheitlicher Kaufpreis im Vertrag ändert daran nichts. Die Bemessungsgrundlage reduziert sich entsprechend auf den Wert des unerschlossenen Grundstücks.
Stand: Dezember 2022
Welche steuerliche Behandlung gilt bei Nachrüstung eines Batteriespeichers?
Eine Abschreibung und ein Vorsteuerabzug für den Batteriespeicher sind nur möglich, wenn mehr als 10 % des erzeugten Solarstroms unternehmerisch genutzt werden. Bis zu 90 % des Stroms dürfen privat verbraucht werden, ohne den Vorsteuerabzug zu verlieren.
Stand: Juni 2021
Welche steuerliche Folge hat die Aufgabeerklärung eines verpachteten LuF-Betriebes durch die Erben?
Erklären die Erben nach § 16 Abs. 3b S. 3 EStG die Betriebsaufgabe rückwirkend zum Todestag, entsteht ein ertragsteuerlicher Aufgabegewinn nach § 16 Abs. 3 EStG i.V.m. § 14 S. 2 EStG. Die daraus resultierende Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer treffen die Erben, mindern aber nicht die erbschaftsteuerliche Bereicherung.
Stand: Oktober 2023
Welche steuerlichen Folgen hat der Wegfall der gewerblichen Infizierung durch § 3 Nr. 72 EStG?
Durch die mit dem Jahressteuergesetz 2022 erweiterte Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG erzielt die Gesellschaft keine gewerblichen Einkünfte mehr aus der PV-Anlage. Die bisher gewerblich infizierten Wirtschaftsgüter (z.B. vermietete Gebäude) scheiden aus dem Betriebsvermögen aus, wobei stille Reserven aufgedeckt und versteuert werden müssen.
Stand: Oktober 2023
Welche steuerlichen Folgen hat die Einordnung der Bildungseinrichtung als erste Tätigkeitsstätte?
Auszubildende und Studierende werden einem Arbeitnehmer mit erster Tätigkeitsstätte gleichgestellt. Fahrtkosten zur Bildungseinrichtung können daher nur noch mit der Entfernungspauschale, nicht in tatsächlicher Höhe, als Werbungskosten angesetzt werden. Ein Abzug von Übernachtungs- und Verpflegungsmehraufwendungen nach Dienstreisegrundsätzen ist ausgeschlossen.
Stand: Oktober 2020
Welche steuerlichen Folgen hat die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz?
Beim Verkauf des Stroms erzielt der Betreiber Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG. Er kann die Anlage über 20 Jahre abschreiben und die Vorsteuer aus Anschaffung, Wartung und Reparatur ziehen, muss die Umsätze aber der Umsatzsteuer unterwerfen und Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben. Bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG entfällt die Umsatzsteuerpflicht.
Stand: Juni 2021
Welche steuerlichen Folgen hat ein aufgeschobener Renteneintritt?
Wer den Rentenbeginn hinausschiebt, unterliegt einem höheren Besteuerungsanteil, da dieser bis 2040 kontinuierlich auf 100 % ansteigt. Der steuerfreie Anteil der Rente fällt damit geringer aus als bei einem früheren Rentenbeginn. Dieser steuerliche Nachteil ist gegen die durch das Aufschieben erzielte höhere Rentenleistung abzuwägen.
Stand: April 2023
Welche verlängerten Abgabefristen für die Einkommensteuererklärung gelten ab VZ 2020?
Für beratene Fälle wurden die Abgabefristen um zunächst 6 Monate verlängert (VZ 2020 bis 31.08.2022, VZ 2021 bis 31.08.2023), danach stufenweise abgeschmolzen bis VZ 2024 (30.04.2026, +2 Monate). Für nicht beratene Fälle gilt eine Verlängerung um 3 Monate (VZ 2020 bis 31.10.2021, VZ 2021 bis 31.10.2022), die ebenfalls schrittweise zurückgenommen wird. Ab VZ 2025 (beratene Fälle) bzw. VZ 2024 (nicht beratene Fälle) gelten wieder die ursprünglichen Fristen.
Stand: Juni 2022
Welche vertraglichen Regelungen fehlten im Streitfall des FG Münster?
Die Mietverträge enthielten keine Vorgaben, die einen werbewirksamen Einsatz des Fahrzeugs sicherstellten. Es fehlten zudem Regelungen dazu, ob weitere Werbung für andere Firmen angebracht werden durfte oder ob Exklusivität für den Arbeitgeber geschuldet war. Daher trat die Werbewirkung gegenüber der Arbeitnehmerstellung in den Hintergrund.
Stand: Februar 2020
Welche weiteren Werbungskosten sind während des Insolvenzgeldbezugs abziehbar?
Die Rechtsprechung zum Werbungskostenabzug gilt nicht nur für Fahrtkosten, sondern auch für sonstige beruflich veranlasste Aufwendungen während des Insolvenzgeldbezugs. Dazu zählen etwa der Erwerb von Arbeitsmitteln oder Abschreibungen auf betrieblich genutzte Wirtschaftsgüter. Voraussetzung ist, dass kein unmittelbarer wirtschaftlicher Zusammenhang mit dem steuerfreien Insolvenzgeld besteht.
Stand: September 2022
Welche zusätzlichen Voraussetzungen gelten ab 2021 für den Behinderten-Pauschbetrag bei GdB unter 50?
Ab 2021 entfallen die Zusatzvoraussetzungen des § 33b Abs. 2 EStG. Bis 2020 mussten Menschen mit einem GdB unter 50 entweder einen gesetzlichen Rentenanspruch (z.B. Unfallrente) nachweisen oder eine dauerhafte Einschränkung der körperlichen Beweglichkeit bzw. eine Berufskrankheit haben. Seit 2021 erhalten alle Personen ab einem GdB von 20 den Pauschbetrag ohne weitere Voraussetzungen.
Stand: November 2021
Welche Änderungen am Bewertungsgesetz bringt das Jahressteuergesetz 2022 für Immobilien?
Mit dem Jahressteuergesetz 2022 wird das Bewertungsgesetz an die Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) von Juni 2021 angepasst. Geändert werden insbesondere das Ertrags- und Sachwertverfahren zur Immobilienbewertung. In der Praxis führt dies regelmäßig zu höheren Wertansätzen bei der steuerlichen Bewertung von Immobilien.
Stand: November 2022
Welche Änderungen gelten für die Überbrückungshilfe III Plus im 4. Quartal 2021?
Inhaltlich gibt es nahezu keine Veränderungen gegenüber dem 3. Quartal 2021. Die Restart-Prämie für wiedereröffnende Unternehmen entfällt jedoch, da sie laut Bundesregierung ihren Zweck erfüllt hat.
Stand: Oktober 2021
Welche Änderungen sind beim Midijob bzw. Übergangsbereich geplant?
Die obere Grenze des Übergangsbereichs (Gleitzone) soll von 1.300 € auf 1.600 € im Monat angehoben werden. Zusätzlich wird der Übergangsbereich zwischen geringfügiger und sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung angepasst, um die Belastung des Arbeitgebers am Beginn der Gleitzone zu senken.
Stand: März 2022
Welchem Elternteil steht der Entlastungsbetrag bei getrennt lebenden Eltern zu?
Der Entlastungsbetrag steht dem Elternteil zu, bei dem das Kind gemeldet bzw. dauerhaft untergebracht ist. Ist das Kind bei beiden Elternteilen gleichwertig untergebracht, können die Eltern wählen, wem der Betrag zusteht; treffen sie keine Wahl, erhält ihn der kindergeldberechtigte Elternteil. Eine Aufteilung zwischen den Eltern ist ausgeschlossen, der Betrag wird stets nur einem Elternteil in voller Höhe gewährt.
Stand: Februar 2023
Welchen Zeitraum deckt die Überbrückungshilfe IV ab?
Die Überbrückungshilfe IV löst die Überbrückungshilfe III Plus ab und umfasst den Förderzeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. März 2022. Sie richtet sich an Unternehmen und Soloselbständige, die weiterhin von der Corona-Pandemie betroffen sind.
Stand: Dezember 2021
Welcher Höchstbetrag gilt für Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastung?
Der Höchstbetrag entspricht dem steuerlichen Grundfreibetrag des jeweiligen Kalenderjahres (z.B. 9.408 € in 2020 bzw. 9.744 € in 2021). Er erhöht sich um die übernommenen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung des Empfängers. Wurden nicht ganzjährig Unterhaltsleistungen gezahlt, kürzt das Finanzamt den Höchstbetrag anteilig um die Monate ohne Zahlung.
Stand: April 2021
Welcher Stichtag ist für die Aufteilung der Anschaffungskosten eines Grundstücks maßgeblich?
Nach Auffassung des FG Münster ist der Tag des Übergangs von Besitz, Nutzen, Gefahr und Lasten maßgeblich. Bei Grundstücken entspricht dies in der Regel dem Tag der tatsächlichen Lieferung, nicht dem Tag des notariellen Vertragsabschlusses oder einer früheren mündlichen Vereinbarung.
Stand: Januar 2023
Welcher Umsatzsteuersatz gilt für Cafeteria-Umsätze in Pflegeeinrichtungen?
Die Umsätze einer Cafeteria in einer Pflegeeinrichtung unterliegen grundsätzlich dem Regelsteuersatz von 19 %. Eine Steuerbefreiung kommt nicht in Betracht, und auch der ermäßigte Steuersatz greift nur, soweit die jeweiligen Voraussetzungen (z. B. Außerhausverkauf) erfüllt sind.
Stand: November 2023
Welcher Unterschied besteht beim Erwerb von einem privaten Erschließungsträger?
Beim Kauf von einem privaten Erschließungsträger ist regelmäßig das erschlossene Grundstück Gegenstand des Erwerbs. Die Erschließungskosten sind in diesem Fall Teil der Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer. Dies steht im Gegensatz zum Kauf von einer erschließungspflichtigen Gemeinde.
Stand: Dezember 2022
Welcher Wert ist bei einer erfolgsneutralen Entnahme als Anschaffungskosten für das private Veräußerungsgeschäft anzuset
Wurde das Grundstück erfolgsneutral mit dem Buchwert aus dem Betriebsvermögen entnommen, ist nach Auffassung von FG Rheinland-Pfalz und BFH dieser Buchwert (Entnahmewert) als Anschaffungskosten im Sinne des § 23 Abs. 3 EStG anzusetzen. Der Teilwert oder Verkehrswert im Entnahmezeitpunkt kann nicht herangezogen werden. Die stillen Reserven werden dadurch erst bei der späteren Veräußerung im Privatvermögen besteuert.
Stand: Juli 2022
Welcher Zeitpunkt ist für die 10-Jahresfrist bei einer Zwangsversteigerung maßgeblich?
Maßgeblich für die Berechnung der 10-Jahresfrist nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG ist die Abgabe des Meistgebotes. Mit diesem Zeitpunkt wird ein schuldrechtlicher Kaufvertrag im Sinne des § 433 BGB unterstellt. Ab diesem Stichtag ist zu prüfen, ob die Veräußerung innerhalb oder außerhalb der Spekulationsfrist erfolgt.
Stand: Mai 2022
Welcher Zweck steht hinter der dreimonatigen Sperrfrist beim Kindergeld?
Die Sperrfrist soll das deutsche Sozialsystem vor unangemessener Inanspruchnahme schützen und verhindern, dass das Kindergeld einen Anreiz für den Zuzug nach Deutschland bietet. Dieser Zweck greift jedoch nicht, wenn bereits vor dem Zuzug ein inländischer Kindergeldanspruch bestand, etwa weil ein Elternteil hier erwerbstätig ist.
Stand: Februar 2021
Welches Jahr ist für den Besteuerungsanteil der Rente maßgeblich?
Maßgeblich ist nach § 22 Nr. 1 S. 3 a) aa) EStG das Jahr des tatsächlichen Rentenbeginns. Der zu diesem Zeitpunkt geltende Besteuerungsanteil aus der gesetzlichen Tabelle wird auf die Rente angewendet. Ein früherer möglicher Rentenbeginn (z. B. ab Vollendung des 65. Lebensjahres) ist unerheblich, wenn die Rente tatsächlich erst später bezogen wird.
Stand: April 2023
Welches Risiko besteht, wenn Fahrschulen ihre Leistungen vorsorglich als umsatzsteuerfrei behandeln?
Wenn der BFH die Umsatzsteuerpflicht bestätigt, muss die Umsatzsteuer nachgezahlt werden. Zusätzlich fallen Nachzahlungszinsen in Höhe von 6 % pro Jahr an. Von einer rein steuerfreien Behandlung ohne Absicherung wird daher abgeraten.
Stand: März 2016
Wer beantragt das beamtenrechtliche Sterbegeld und wer zahlt es aus?
Den Antrag auf Sterbegeld stellen die Erben bzw. Hinterbliebenen des verstorbenen Beamten beim zuständigen Landesamt. Die Auszahlung erfolgt durch den jeweiligen Dienstherrn, im entschiedenen Fall durch das Land NRW über das Landesamt.
Stand: September 2021
Wer darf Sonderabschreibungen auf Saison- und verderbliche Ware geltend machen?
Sonderabschreibungen auf Saisonware und verderbliche Ware wie Kleidung, Obst oder Gemüse sind nun auch für Hersteller und Großhändler zulässig. Zuvor war diese Regelung auf den Einzelhandel beschränkt.
Stand: April 2021
Wer erhält den Eigenkapitalzuschuss und in welcher Höhe?
Unternehmen mit einem durchschnittlichen Corona-bedingten Umsatzeinbruch von mindestens 50% in Dezember 2021 und Januar 2022 erhalten einen Zuschlag von bis zu 30% auf die Fixkostenerstattung. Schausteller, Marktleute und private Veranstalter abgesagter Advents- und Weihnachtsmärkte mit mindestens 50% Umsatzeinbruch im Dezember 2021 erhalten einen Zuschlag von 50%.
Stand: Dezember 2021
Wer erhält eine Wirtschafts-Identifikationsnummer?
Die W-IdNr. wird allen wirtschaftlich Tätigen im Sinne des § 139a Abs. 3 AO zugeteilt. Dazu zählen natürliche Personen, juristische Personen, Personengesellschaften und andere Personenvereinigungen mit wirtschaftlicher Tätigkeit. Bei mehreren Tätigkeiten, Betrieben oder Betriebsstätten können auch mehrere W-IdNrn. erteilt werden.
Stand: September 2024
Wer gilt als versicherungspflichtiger Künstler oder Publizist bei der Künstlersozialkasse?
Versicherungspflichtig ist, wer nicht nur zeitweise selbständig als Künstler oder Publizist tätig ist, seine Tätigkeit hauptsächlich in Deutschland ausübt und nicht mehr als einen Arbeitnehmer beschäftigt. Zur Einordnung stellt die Künstlersozialkasse zusätzlich einen Katalog mit Listenberufen bereit, der als Hilfestellung dient.
Stand: Januar 2022
Wer hat Anspruch auf den Altersentlastungsbetrag?
Anspruchsberechtigt sind alle Steuerpflichtigen, die vor dem Veranlagungszeitraum das 64. Lebensjahr vollendet haben. Maßgeblich für Prozentsatz und Höchstbetrag ist das Jahr, das auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgt. Bestimmte Einkünfte nach § 24a S. 2 Nr. 1-5 EStG (z.B. Versorgungsbezüge, Leibrenten) sind von der Begünstigung ausgeschlossen.
Stand: Februar 2022
Wer hat Anspruch auf den Eigenkapitalzuschuss zur Überbrückungshilfe III?
Anspruch haben Unternehmen, die im Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021 in mindestens drei Monaten einen Umsatzeinbruch von mehr als 50 Prozent gegenüber den Referenzmonaten in 2019 verzeichnen. Der Zuschuss wird zusätzlich zur Überbrückungshilfe III gewährt und muss separat berücksichtigt werden.
Stand: April 2021
Wer hat Anspruch auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nach § 24b EStG?
Anspruch haben alleinstehende Steuerpflichtige, zu deren Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das ihnen ein Kinderfreibetrag oder Kindergeld zusteht. Als alleinstehend gelten Personen, die nicht das Ehegattensplitting nutzen können oder verwitwet sind und keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person führen. Ausnahmen gelten, wenn die weitere volljährige Person ein eigenes Kind ist, für das Kindergeld oder ein Kinderfreibetrag gewährt wird.
Stand: Februar 2023
Wer hat Anspruch auf die Energiepreispauschale von 300 €?
Anspruch haben alle Personen, die 2022 zumindest zeitweise in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und Einkünfte nach § 13 (Land- und Forstwirtschaft), § 15 (Gewerbebetrieb), § 18 (selbstständige Arbeit) oder § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 EStG (aktive Arbeitnehmertätigkeit) erzielt haben. Auch Minijobber, Werkstudenten, Grenzpendler und Arbeitnehmer mit steuerfreiem Arbeitslohn (z. B. Übungsleiter) sind anspruchsberechtigt. Ein vorgeschriebener Zeitpunkt oder eine Mindestdauer der Tätigkeit ist nicht erforderlich.
Stand: Juli 2022
Wer hat im FG-Münster-Fall trotz fehlender Erwerbstätigkeit Kindergeld erhalten?
Eine bulgarische Mutter, die im Juli 2020 mit ihren Kindern zu ihrem in Deutschland bereits erwerbstätigen Ehemann zog und selbst nicht arbeitete, erhielt auch für die ersten drei Monate nach dem Zuzug Kindergeld. Maßgeblich war, dass durch den Wohnsitz und die Erwerbstätigkeit des Ehemannes bereits zuvor ein fiktiver Familienwohnsitz in Deutschland bestand.
Stand: Februar 2021
Wer ist für 2020 wegen Kurzarbeitergeld zur Einkommensteuererklärung verpflichtet?
Arbeitnehmer, die im Kalenderjahr 2020 mehr als 410 Euro an Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Krankengeld oder Elterngeld bezogen haben, sind nach § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Diese Pflicht trifft viele Beschäftigte erstmalig durch die Corona-bedingten Kurzarbeitsphasen.
Stand: Mai 2021
Wer ist für die Neustarthilfe im Rahmen der Überbrückungshilfe III antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Soloselbständige (auch mit Personengesellschaft wie GbR, OHG oder KG) sowie Kapitalgesellschaften mit einem oder mehreren Gesellschaftern. Voraussetzung ist, dass mindestens 51 % der Einkünfte bzw. Umsätze aus gewerblicher (§15 EStG) oder selbständiger Tätigkeit (§18 EStG) stammen, höchstens ein Teilzeitbeschäftigter angestellt ist und die Tätigkeit bzw. Gründung vor dem 01.05.2020 erfolgte. Zudem darf kein Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt worden sein.
Stand: März 2021
Wer ist für die Überbrückungshilfe III Plus im 4. Quartal 2021 antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Unternehmen, Unternehmensverbände, Selbständige und vergleichbare Antragsteller mit einem Jahresumsatz unter 750 Millionen Euro in 2020 und einem Umsatzeinbruch von mindestens 30 % gegenüber den Referenzmonaten 2019. Zusätzlich antragsberechtigt sind Unternehmen, die von der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 betroffen sind.
Stand: Oktober 2021
Wer ist für die Überbrückungshilfen III Plus im 4. Quartal 2021 antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Unternehmen, Unternehmensverbände und Selbständige mit einem Jahresumsatz unter 750 Millionen Euro in 2020 sowie einem Umsatzeinbruch von mindestens 30 % gegenüber den Referenzmonaten in 2019. Zusätzlich antragsberechtigt sind Unternehmen, die von der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 betroffen sind.
Stand: November 2021
Wer ist zum Einbehalt der Bauabzugssteuer verpflichtet?
Zum Einbehalt verpflichtet sind juristische Personen des öffentlichen Rechts sowie Unternehmer im Sinne des § 2 UStG, sofern sie eine Bauleistung im Inland für ihr Unternehmen empfangen. Die Pflicht gilt auch für Kleinunternehmer nach § 19 UStG und Unternehmer mit ausschließlich steuerfreien Umsätzen nach § 4 UStG. Entscheidend ist, dass die Leistung im Rahmen des Unternehmens bezogen wird.
Stand: Mai 2023
Wer ist zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet?
Verpflichtet sind Selbständige, Gewerbetreibende sowie Land- und Forstwirte, sofern sie den Grundfreibetrag überschreiten (2021: 9.744 €). Bei Arbeitnehmern besteht eine Pflicht u. a. bei Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern, Nebeneinkünften über 410 €, Lohnersatzleistungen über 410 € sowie bei Ehepaaren, wenn ein Partner in Steuerklasse IV, V oder VI eingetragen ist.
Stand: Juli 2021
Wer ist zur Aufstellung eines Inventars verpflichtet?
Verpflichtet sind alle Kaufleute im Sinne des Handelsgesetzbuches gemäß § 240 Abs. 1 und 2 HGB. Sie müssen zum Jahresende alle Vermögensgegenstände wie Grundstücke, Waren, Forderungen und Schulden nach Anzahl und Wert erfassen. Freiberufler sowie Unternehmer, die ihren Gewinn per Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, sind von dieser Pflicht ausgenommen.
Stand: November 2023
Wer kann für 2020 einen Grundsteuerlass beantragen?
Vermieter, die im Kalenderjahr 2020 erhebliche und nicht selbst verschuldete Mietausfälle hatten, können einen Teilerlass der Grundsteuer beantragen. Voraussetzung ist ein nachweisbarer Ertragsausfall bei der vermieteten Immobilie. Der Antrag ist beim Steueramt der zuständigen Stadt einzureichen.
Stand: März 2021
Wer muss eine Schlussabrechnung für die Corona-Hilfen einreichen?
Alle Antragsteller, die Überbrückungshilfen, November- oder Dezemberhilfen erhalten haben, sind verpflichtet, eine Schlussabrechnung einzureichen. Da die Bewilligung auf Basis von Umsatz- und Kostenprognosen erfolgte, müssen die tatsächlichen Werte über einen prüfenden Dritten nachgewiesen werden.
Stand: Mai 2022
Wer profitiert besonders von der Erhöhung der Entfernungspauschale?
Besonders Berufspendler mit langem Arbeitsweg von mehr als 20 Kilometern profitieren von der erhöhten Pauschale. Ziel der Regelung ist insbesondere die Entlastung von Pendlern aus ländlichen Regionen, die häufig nicht auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen können.
Stand: März 2020