Fragen & Antworten
Antworten auf häufige Fragen.
Kuratiert aus unseren Beiträgen zu Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung — alphabetisch, nach Zielgruppe oder Thema gefiltert.
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656 Fragen · Seite 6 / 14
Warum ist der Werbungskostenabzug gegenüber dem Sonderausgabenabzug vorteilhafter?
Werbungskosten können auch ohne oder bei geringen Einkünften geltend gemacht werden, solange ein Zusammenhang mit dem späteren Beruf besteht. Übersteigen die Werbungskosten die Einnahmen, ist ein Verlustvortrag möglich, der mit späteren höheren Einkünften verrechnet werden kann. Sonderausgaben verfallen hingegen, wenn keine Einkünfte vorliegen, und sind auf 6.000 EUR pro Jahr begrenzt.
Stand: August 2023
Warum ist die erweiterte Kürzung in der Praxis besonders streitanfällig?
Zwischen einfacher und erweiterter Kürzung besteht ein erheblicher Unterschied in der Gewerbesteuerbelastung, da die erweiterte Kürzung eine vollständige Freistellung der Grundstückserträge ermöglicht. Deshalb wird sie von der Finanzverwaltung restriktiv geprüft und ist häufig Gegenstand finanzgerichtlicher Verfahren. Eine sorgfältige Gestaltung und Dokumentation ist daher empfehlenswert.
Stand: März 2023
Warum ist eine Grundstücksenteignung kein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG?
Bei einer Enteignung fehlt es am eigenen Willen des Eigentümers zur Übertragung des Grundstücks. Da ein privates Veräußerungsgeschäft jedoch eine willentliche Übertragung durch den Steuerpflichtigen voraussetzt, ist der Tatbestand des § 23 EStG nicht erfüllt. Eine steuerpflichtige Veräußerung scheidet damit aus.
Stand: Mai 2022
Warum ist nicht der Tag des notariellen Kaufvertrags für die Kaufpreisaufteilung entscheidend?
Für die Beurteilung von Anschaffungskosten kommt es auf den Lieferzeitpunkt an. Bei Immobilien ist das der Zeitpunkt, an dem Besitz, Nutzen, Gefahr und Lasten tatsächlich auf den Käufer übergehen. Der notarielle Vertragsabschluss begründet zunächst nur die schuldrechtliche Verpflichtung.
Stand: Januar 2023
Warum lehnte das Finanzamt den Abzug der Förderverein-Zahlungen als Schulgeld ab?
Das Finanzamt argumentierte, dass die Zahlungen an den Förderverein nicht ausschließlich für den Schulbesuch erfolgten, sondern auch Veranstaltungen, Studienreisen und Schullandaufenthalte abdeckten. Solche Leistungen seien nicht vom Schulgeldbegriff des § 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG erfasst. Das FG Münster widersprach dieser engen Auslegung.
Stand: Februar 2024
Warum ordnet der Gesetzgeber Erstausbildungskosten den Sonderausgaben zu?
Die erste Berufsausbildung gilt als Grundvoraussetzung der Lebensführung und Vorsorge für die persönliche Existenz. Sie vermittelt nicht nur Berufswissen, sondern prägt die Person umfassend und ist regelmäßig noch von der Unterhaltspflicht der Eltern umfasst. Daher wird sie als gemischt (privat und beruflich) veranlasst eingestuft.
Stand: Februar 2020
Warum sind unverheiratete Paare bei Erbschaft und Schenkung steuerlich benachteiligt?
Lebensgefährten ohne Trauschein oder eingetragene Lebenspartnerschaft gelten steuerrechtlich als Fremde und fallen in Steuerklasse III. Ihnen steht nur ein allgemeiner Freibetrag von 20.000 Euro zu, während verheiratete Partner 500.000 Euro erhalten. Zudem werden bereits ab dem ersten steuerpflichtigen Euro 30 % Erbschaftsteuer fällig.
Stand: Januar 2022
Warum sollten unentgeltliche Immobilienübertragungen noch vor dem 01.01.2023 erfolgen?
Da die Reform des Bewertungsgesetzes voraussichtlich zu deutlich höheren Wertansätzen bei Immobilien führt, steigt auch die Schenkungs- oder Erbschaftsteuer bei unentgeltlichen Übertragungen. Geplante Schenkungen oder vorweggenommene Erbfolgen sollten daher möglichst noch vor Inkrafttreten zum 01.01.2023 abgeschlossen werden. Ob eine vorgezogene Übertragung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte mit einem Steuerberater geprüft werden.
Stand: November 2022
Warum verlangt § 35a EStG, dass die Dienstleistung im Haushalt erbracht wird?
Nach § 35a Abs. 4 Satz 1 EStG muss die haushaltsnahe Dienstleistung in einem Haushalt des Steuerpflichtigen innerhalb der EU oder des EWR erbracht werden. Die Leistung muss eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen. Wird der wesentliche Teil der Leistung außerhalb des Haushalts erbracht, etwa in einer zentralen Notrufzentrale, fehlt dieser räumliche Bezug.
Stand: Mai 2023
Warum war im BFH-Fall IX R 11/21 die Steuerbefreiung ausgeschlossen?
Der Kläger war bereits zwei Jahre vor dem Verkauf aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen, sodass keine eigene Wohnnutzung mehr vorlag. Eine mittelbare Eigennutzung über die Unterhaltspflicht zum Kind scheiterte daran, dass auch die geschiedene Ehefrau weiter in der Immobilie wohnte. Damit war der Veräußerungsgewinn innerhalb der 10-Jahresfrist voll steuerpflichtig.
Stand: August 2023
Warum wird die Geringfügigkeitsgrenze überhaupt angepasst?
Die Grenze lag seit 2013 unverändert bei 450 €, während der Mindestlohn jährlich stieg. Dadurch mussten Minijobber ihre Arbeitszeit regelmäßig reduzieren, um steuerliche Vorteile nicht zu verlieren. Die Anhebung soll diese Schieflage zumindest teilweise ausgleichen und Anreize schaffen, in den Übergangsbereich zu wechseln.
Stand: März 2022
Warum wurde die Pendlerpauschale ab dem 21. Kilometer angehoben?
Die Anhebung ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030 und soll Pendlerinnen und Pendler mit längeren Arbeitswegen zeitlich befristet entlasten. Damit verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, eine sozial ausgewogene Mobilitätswende zu unterstützen.
Stand: Dezember 2020
Warum wurde die Pendlerpauschale im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 erhöht?
Die Erhöhung erfolgte als Ausgleich für die durch die CO2-Bepreisung steigenden Kraftstoffkosten. Da Benzin und Diesel teurer werden, sollen Pendler mit längeren Arbeitswegen über die höhere Entfernungspauschale steuerlich entlastet werden.
Stand: März 2020
Warum wurde die Verzinsung nach § 233a AO neu geregelt?
Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 08.07.2021 (1 BvR 2237/14, 1 BvR 2422/17) den Zinssatz von 6 % pro Jahr für verfassungswidrig erklärt, da er angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht mehr im Verhältnis zu marktüblichen Zinsen steht. Für die Jahre 2014 bis 2018 bleibt das alte Recht trotzdem anwendbar, ab 2019 musste die Bundesregierung jedoch eine Neuregelung schaffen.
Stand: Mai 2022
Was bedeutet 'zweckbestimmte Entlohnung' im Kontext der Tarifermäßigung für Überstunden?
Die Auszahlung muss aus einem konkreten Anlass erfolgen, der die zusammengeballte Vergütung rechtfertigt – typischerweise die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Eine willkürliche oder routinemäßige Sammelauszahlung reicht nicht. Nur wenn der Anlass die Einmalzahlung erklärt, gelten die Überstundenvergütungen als außerordentliche Einkünfte im Sinne des § 34 EStG.
Stand: März 2022
Was bedeutet das BFH-Urteil VI R 7/21 für Senioren mit Hausnotrufvertrag?
Senioren, die einen klassischen Hausnotrufvertrag mit Gerätebereitstellung und externer 24h-Rufzentrale ohne Vor-Ort-Einsatz nutzen, können die Kosten nicht als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a EStG geltend machen. Eine Berücksichtigung in der Einkommensteuererklärung wird vom Finanzamt in diesen Fällen abgelehnt. Eine Prüfung lohnt sich nur bei abweichenden Vertragsmodellen.
Stand: Mai 2023
Was bedeutet das BSG-Urteil für Rechtsanwälte, die einmalig einen Webdesigner beauftragen?
Wird ein Webdesigner einmalig zur Erstellung einer Kanzlei-Website beauftragt, fällt keine Künstlersozialabgabe an – auch dann nicht, wenn das Honorar die 450-EUR-Grenze überschreitet. Voraussetzung ist, dass im Prüfungszeitraum keine weiteren künstlerischen oder publizistischen Aufträge erteilt werden.
Stand: August 2022
Was bedeutet der geplante umsatzsteuerliche Nullsteuersatz für PV-Anlagen?
Für Lieferung, innergemeinschaftlichen Erwerb, Einfuhr und Installation von PV-Anlagen samt Komponenten (z.B. Speicher) soll künftig ein Umsatzsteuersatz von 0 % gelten. Dies betrifft Anlagen auf oder in der Nähe von Privatwohnungen, Wohnungen sowie öffentlichen und gemeinwohldienlichen Gebäuden. Bei einer installierten Bruttoleistung von bis zu 30 kW (Peak) gelten die Voraussetzungen automatisch als erfüllt.
Stand: Oktober 2022
Was bedeutet die Voraussetzung 'angemessene Kosten' bei Umbaumaßnahmen?
Angemessen sind Kosten, die für die alters- oder behindertengerechte Ausstattung üblich und notwendig sind. Luxuriöse oder über das medizinisch Notwendige hinausgehende Ausstattungen werden steuerlich nicht anerkannt. Maßstab ist der durchschnittliche Aufwand für eine vergleichbare barrierefreie Lösung.
Stand: November 2019
Was besagt das Zufluss-/Abfluss-Prinzip nach §11 EStG?
Nach §11 EStG werden Einnahmen und Ausgaben grundsätzlich in dem Kalenderjahr steuerlich erfasst, in dem sie tatsächlich zugeflossen bzw. abgeflossen sind. Maßgeblich ist also der tatsächliche Zeitpunkt der Zahlung, nicht die wirtschaftliche Zugehörigkeit. Damit wird die zeitliche Zuordnung von Geldbewegungen für steuerliche Zwecke geregelt.
Stand: Februar 2022
Was besagt die 6-Jahresfrist nach § 6b EStG?
Stille Reserven aus der Veräußerung von Anlagevermögen können nach § 6b EStG nur dann auf Reinvestitionsgüter übertragen werden, wenn das veräußerte Wirtschaftsgut mindestens 6 Jahre ununterbrochen zum Anlagevermögen einer inländischen Betriebsstätte gehört hat. Nach BFH-Rechtsprechung muss die Zugehörigkeit dabei zum Betriebsvermögen des veräußernden Steuerpflichtigen selbst bestanden haben, nicht zu irgendeiner inländischen Betriebsstätte.
Stand: August 2022
Was besagt die Bestandsschutzregelung für Beschäftigte mit 450,01 bis 520 EUR?
Beschäftigte, die bisher mit einem Entgelt zwischen 450,01 EUR und 520 EUR versicherungspflichtig waren, bleiben aus Gründen des Bestandsschutzes bis zum 31. Dezember 2023 in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung versicherungspflichtig. In der Rentenversicherung gilt der Bestandsschutz nicht; hier wechseln die Beschäftigten ab 01.10.2022 automatisch in die pauschale Abrechnung der geringfügigen Beschäftigung.
Stand: September 2022
Was bezweckt die gewerbesteuerliche Kürzung für Grundbesitz nach § 9 Nr. 1 GewStG?
Die Kürzung soll die Doppelbelastung von Grundbesitz mit Grundsteuer und Gewerbesteuer abmildern bzw. vermeiden. Da beide Steuern Realsteuern sind, würde derselbe Grundbesitz ohne diese Regelung doppelt belastet. § 9 Nr. 1 GewStG sieht dazu eine einfache und eine erweiterte Kürzung vor.
Stand: März 2023
Was ermöglicht das KöMoG Personengesellschaften?
Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts (KöMoG) vom 21.05.2021 können Personen- und Partnergesellschaften optieren, sich wie eine Körperschaft besteuern zu lassen. Statt der individuellen Einkommensteuer der Gesellschafter (Transparenzprinzip) wird der Gesamtgewinn dann mit 15 % Körperschaftsteuer belastet. Ziel ist die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.
Stand: Juli 2021
Was gilt als Aufmerksamkeit im Sinne des Umsatzsteuerrechts?
Aufmerksamkeiten sind Sachzuwendungen bis 60 EUR, die einem Arbeitnehmer zu einem besonderen persönlichen Ereignis wie Geburtstag oder Hochzeit gewährt werden, beispielsweise Blumen oder Genussmittel. Auch unentgeltlich überlassene Getränke und Genussmittel am Arbeitsplatz zählen dazu. Diese Zuwendungen führen zu keiner ins Gewicht fallenden Bereicherung des Arbeitnehmers und berechtigen zum Vorsteuerabzug.
Stand: August 2023
Was gilt bei einer nicht auf Dauer angelegten Vermietung steuerlich?
Bei einer nicht dauerhaft angelegten Vermietung muss der Steuerpflichtige eine Prognose über einen Zeitraum von 30 Jahren erstellen und nachweisen, dass insgesamt ein Totalüberschuss erzielt wird. Gelingt dieser Nachweis nicht, werden Verluste steuerlich nicht anerkannt.
Stand: Januar 2021
Was gilt steuerlich als Betriebsveranstaltung?
Betriebsveranstaltungen sind Events auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter, die der Förderung des Betriebsklimas und des Kontakts der Arbeitnehmer untereinander dienen. Voraussetzung für die steuerliche Begünstigung ist, dass die Veranstaltung allen Arbeitnehmern des Betriebes offensteht.
Stand: Dezember 2019
Was gilt steuerlich als typische Berufsbekleidung?
Typische Berufsbekleidung ist Kleidung, die spezifisch auf eine Berufsgruppe zugeschnitten ist und nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird. Dazu zählen Uniformen (z.B. Polizei), Kleidung mit dauerhafter Firmenkennzeichnung, Schutzkleidung (Helm, Sicherheitsschuhe, Arbeitshandschuhe) sowie berufstypische Stücke wie Arztkittel oder Anwaltsrobe. Eine private Mitnutzung muss praktisch ausgeschlossen sein, sonst entfällt der Werbungskostenabzug.
Stand: Dezember 2021
Was gilt steuerlich beim Minijob?
Für geringfügige Beschäftigungen gelten besondere Pauschalierungs- und Verdienstregeln. Die Infografik finden Sie im Merkblatt-Verzeichnis unter "Geringfügige Beschäftigung Minijob". (Quelle: Deubner Verlag)
Was hat das FG Münster zur Abzugsfähigkeit von Müll- und Abwassergebühren entschieden?
Das FG Münster bestätigte die Auffassung der Finanzverwaltung, dass weder Müll- noch Abwassergebühren nach § 35a Abs. 2 EStG abziehbar sind. Begründet wurde dies damit, dass die Leistungen typischerweise nicht von Haushaltsangehörigen erbracht werden und die Gebühren ausschließlich außerhalb des Haushalts erbrachte Tätigkeiten finanzieren. Die zugelassene Revision beim BFH wurde wegen versäumter Antragsfrist als unzulässig verworfen (Beschluss vom 01.09.2022).
Stand: Januar 2023
Was hat der BFH im Urteil III R 11/21 vom 21.06.2023 zum Kindergeld bei Auslandsstudium entschieden?
Der BFH entschied, dass das Kindergeld bis Dezember des dritten Studienjahres zu zahlen ist. Im ersten Studienjahr waren fehlende Heimfahrten unschädlich, da das Studium zunächst nur einjährig geplant war. Im zweiten Studienjahr erfüllte ein 60-tägiger Besuch das Überwiegens-Kriterium. Erst im dritten Studienjahr stand mit dem nur 14-tägigen Besuch fest, dass die Tochter nicht mehr als die Hälfte der ausbildungsfreien Zeit zu Hause verbringen würde, sodass der inländische Wohnsitz und damit der Kindergeldanspruch ab Januar erlosch.
Stand: Oktober 2023
Was hat sich inhaltlich bei der Überbrückungshilfe III Plus für das 4. Quartal 2021 geändert?
Inhaltlich bleibt die Überbrückungshilfe III Plus weitgehend unverändert. Die einzige Änderung ist der Wegfall der Restart-Prämie für wiedereröffnende Unternehmen, da diese laut Bundesregierung ihren Zweck erfüllt hat.
Stand: November 2021
Was ist bei der Gründung einer GmbH zu beachten?
Von der Satzung bis zur Eintragung sind bei der GmbH-Gründung mehrere Schritte zu beachten. Die Infografik finden Sie im Merkblatt-Verzeichnis unter "GmbH-Gründung". (Quelle: Deubner Verlag)
Was ist das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS)?
Das OSS ist ein zum 01.07.2021 eingeführtes Verfahren zur vereinfachten Umsatzsteuererklärung für Unternehmen, die Leistungen an Privatpersonen in anderen EU-Mitgliedstaaten erbringen. Es erweitert das bisherige Mini-One-Stop-Shop-Verfahren um weitere Leistungen, insbesondere innergemeinschaftliche Fernverkäufe. Betroffene Unternehmen können die in anderen EU-Staaten geschuldete Umsatzsteuer zentral über das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) an die Bundeskasse abführen.
Stand: Juni 2021
Was ist das Realsplitting bei Unterhaltszahlungen an geschiedene Ehegatten?
Beim Realsplitting nach § 10 Abs. 1a Nr. 1 EStG kann der Zahler Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten bis zu 13.805 € jährlich als Sonderausgaben absetzen, erhöht um übernommene Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge. Der Empfänger muss die Zahlungen als sonstige Einkünfte versteuern und dem Antrag auf Anlage U zustimmen. Der Zahler ist verpflichtet, alle daraus entstehenden steuerlichen und sozialrechtlichen Nachteile auszugleichen.
Stand: April 2021
Was ist das SanInsFoG und seit wann gilt es?
Das Sanierungs- und Insolvenzrechtsfortentwicklungsgesetz (SanInsFoG) setzt die europäische Restrukturierungs- und Insolvenzrichtlinie vom 19.06.2019 in deutsches Recht um. Es wurde am 17.12.2020 vom Bundestag verabschiedet und trat am 01.01.2021 in Kraft. Ziel ist es, drohende Unternehmensinsolvenzen abzuwenden und langwierige Insolvenzverfahren zu vermeiden, indem Unternehmen mehr Eigenverantwortung erhalten.
Stand: April 2021
Was ist der Altersentlastungsbetrag nach § 24a EStG?
Der Altersentlastungsbetrag ist ein Freibetrag für Steuerpflichtige im Alter, der bestimmte Einkünfte steuerlich entlastet. Er soll einen Ausgleich dafür schaffen, dass Einkünfte wie Arbeitslohn oder Vermietung im Alter voll steuerpflichtig sind, während Renten nur teilweise besteuert werden. Geregelt ist er in § 24a EStG.
Stand: Februar 2022
Was ist der Unterschied zwischen Grundsteuer A und B?
Die Grundsteuer A wird auf land- und forstwirtschaftliche Grundstücke wie Bauernhöfe, Ackerland oder Waldbestände erhoben. Die Grundsteuer B betrifft alle übrigen bebauten oder bebaubaren Grundstücke wie Wohneigentum, Miet- und Geschäftsgrundstücke.
Stand: März 2021
Was ist der Unterschied zwischen Inventar und Inventur?
Das Inventar ist das schriftliche Verzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden mit Angabe von Menge und Wert. Die Inventur hingegen bezeichnet die tatsächliche Bestandsaufnahme durch Messen, Zählen und Wiegen. Die Inventur ist somit die Tätigkeit, deren Ergebnis im Inventar dokumentiert wird.
Stand: November 2023
Was ist die Arbeitsmittelpauschale von 110 € und wann lohnt sie sich?
Ohne Einzelnachweise akzeptiert das Finanzamt pauschal 110 € pro Jahr für sämtliche Arbeitsmittel eines Arbeitnehmers, darunter Fachliteratur, Büromaterial und Arbeitskleidung. Da die Pauschale alle Arbeitsmittel zusammen abdeckt, ist sie schnell überschritten. Höhere Beträge sind nur mit Belegen und Rechnungen abziehbar.
Stand: Dezember 2021
Was ist die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer nach § 8 und § 9 GrEStG?
Bemessungsgrundlage ist gemäß § 8 Abs. 1 GrEStG die Gegenleistung des Käufers. Nach § 9 Abs. 1 GrEStG umfasst diese alle Leistungen des Erwerbers, insbesondere den Kaufpreis einschließlich übernommener sonstiger Leistungen. Maßgeblich für den Umfang der Gegenleistung ist der Zustand des Grundstücks im Zeitpunkt des Kaufvertragsabschlusses.
Stand: Dezember 2022
Was ist die Inflationsausgleichsprämie und wie hoch ist der steuerfreie Höchstbetrag?
Die Inflationsausgleichsprämie (IAP) ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, die Beschäftigte bei der Bewältigung inflationsbedingter Belastungen unterstützen soll. Sie kann im Begünstigungszeitraum vom 26.10.2022 bis 31.12.2024 bis zu einem Gesamtbetrag von 3.000 € steuer- und sozialabgabenfrei gewährt werden. Der Höchstbetrag gilt für den gesamten Zeitraum, nicht pro Jahr.
Stand: Januar 2023
Was ist die Mobilitätsprämie und für wen wurde sie geschaffen?
Die Mobilitätsprämie ist eine staatliche Förderung für Berufspendler mit geringem Einkommen, deren zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt (2022: 9.984 €). Da diese Personen keine Einkommensteuer zahlen, hätte die erhöhte Entfernungspauschale für sie keine entlastende Wirkung. Die Mobilitätsprämie schafft hier einen Ausgleich, damit auch Geringverdiener von der erhöhten Pendlerpauschale profitieren.
Stand: März 2022
Was ist die Wirtschafts-Identifikationsnummer (W-IdNr.)?
Die W-IdNr. nach § 139c AO ist eine bundeseinheitliche Wirtschaftsnummer für Unternehmen. Sie dient als Primärschlüssel im neuen Unternehmensbasisdatenregister nach dem UBRegG und soll Bürokratie abbauen sowie die Transparenz im Besteuerungsverfahren erhöhen, indem sie verschiedene Steuerarten und Verwaltungsprozesse vereinheitlicht.
Stand: September 2024
Was ist die erweiterte gewerbesteuerrechtliche Kürzung nach §9 Nr. 1 Satz 2 GewStG?
Sie ermöglicht Unternehmen, die ausschließlich eigenen Grundbesitz und ggf. eigenes Kapitalvermögen verwalten und nutzen, eine Kürzung des Gewerbeertrags um den Teil, der auf die Verwaltung und Nutzung des Grundbesitzes entfällt. Voraussetzung ist, dass die Tätigkeit nicht über den Rahmen einer privaten Vermögensverwaltung hinausgeht. Bei originär gewerblicher Tätigkeit ist die Kürzung ausgeschlossen.
Stand: Juni 2024
Was ist ein fiktiver Familienwohnsitz nach Art. 67 EG-VO 883/2004?
Ein fiktiver Familienwohnsitz liegt vor, wenn ein Familienmitglied bereits in einem EU-Mitgliedstaat wohnt und arbeitet, sodass die übrigen Familienangehörigen so behandelt werden, als wohnten sie ebenfalls dort. Im Kindergeldrecht reicht dies für die Begründung eines Wohnsitzes aus. Dadurch kann ein Kindergeldanspruch schon vor dem tatsächlichen Zuzug der Familie nach Deutschland bestehen.
Stand: Februar 2021
Was ist ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft?
Ein innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft ist ein Sonderfall des Reihengeschäfts nach § 25b UStG. Dabei schließen drei Unternehmer aus jeweils verschiedenen EU-Mitgliedstaaten über denselben Gegenstand Umsatzgeschäfte ab, und der Gegenstand gelangt unmittelbar vom ersten Lieferer an den letzten Abnehmer. Die Beförderung oder Versendung muss durch den ersten Lieferer oder den ersten Abnehmer erfolgen und der Gegenstand muss dabei von einem Mitgliedstaat in einen anderen gelangen.
Stand: Februar 2024
Was ist eine Vorfälligkeitsentschädigung?
Die Vorfälligkeitsentschädigung ist das Entgelt, das ein Darlehensnehmer an den Kreditgeber zahlen muss, wenn ein Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Zinsbindung zurückgeführt wird. Sie kompensiert den entgangenen Zinsertrag der Bank und fällt typischerweise bei vorzeitiger Tilgung im Rahmen einer Immobilienveräußerung an.
Stand: Februar 2024
Was kann ein Mieter tun, wenn das Finanzamt die Nebenkostenabrechnung als Nachweis nicht anerkennt?
Werden die erforderlichen Angaben aus der Nebenkostenabrechnung oder Hausgeldabrechnung nicht ersichtlich, muss sich der Mieter Kopien der zugrundeliegenden Rechnungen vom Vermieter oder der Hausverwaltung beschaffen und beim Finanzamt vorlegen. Zusätzlich können auch Betriebskostenabrechnungen ergänzend eingereicht werden.
Stand: August 2023
Was muss ich zur E-Rechnungs-Pflicht beachten?
Im B2B-Bereich gelten gestufte Pflichten zur elektronischen Rechnung. Die Infografik finden Sie im Merkblatt-Verzeichnis unter "E-Rechnungen". (Quelle: Deubner Verlag)