Fragen & Antworten
Antworten auf häufige Fragen.
Kuratiert aus unseren Beiträgen zu Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung — alphabetisch, nach Zielgruppe oder Thema gefiltert.
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2304 Fragen · Seite 15 / 47
Wann erreichen die ausgetauschten Finanzkontendaten die deutschen Finanzämter?
Die internationalen Daten werden zunächst beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) gesammelt und gesichtet. Eine Weiterleitung an die örtlichen Finanzämter wird voraussichtlich erst im Jahr 2019 erfolgen. Erst dann können die Finanzämter die Daten konkret für Veranlagungen und Prüfungen nutzen.
Stand: September 2017
Wann fällt beim Tanken im EU-Ausland deutsche Energiesteuer an?
Energiesteuer ist grundsätzlich immer dann festzusetzen, wenn Diesel aus dem europäischen Ausland ins deutsche Inland verbracht wird. Damit soll die Besteuerung des im Inland verbrauchten Kraftstoffs sichergestellt werden. Wird beispielsweise ein LKW in den Niederlanden betankt und überquert anschließend die deutsche Grenze, ist der Tatbestand grundsätzlich erfüllt.
Stand: Juli 2013
Wann fällt der 10. Januar wieder auf ein Wochenende?
Erstmals wieder im Januar 2021. In diesem Fall greift die BFH-Rechtsprechung, sodass Umsatzsteuervorauszahlungen auch bei Zahlung erst am folgenden Werktag noch dem Vorjahr zugeordnet werden können.
Stand: Oktober 2018
Wann führt die Erteilung einer Pensionszusage zu steuerpflichtigem Arbeitslohn?
Nach ständiger BFH-Rechtsprechung führt die bloße Erteilung einer Pensionszusage noch nicht zum Zufluss von Arbeitslohn. Ein Zufluss liegt erst vor, wenn die Pensionsleistungen tatsächlich ausgezahlt werden oder dem Arbeitnehmer ein wirtschaftlicher Vorteil unmittelbar zufließt.
Stand: November 2016
Wann führt eine Photovoltaikanlage zur gewerblichen Infizierung einer vermögensverwaltenden Personengesellschaft?
Betreibt eine vermögensverwaltende Personengesellschaft (z.B. GbR) neben ihrer eigentlichen Tätigkeit eine Photovoltaikanlage, erzielt sie gewerbliche Einkünfte nach § 15 EStG. Nach § 15 Abs. 3 EStG werden dadurch sämtliche Einkünfte der Gesellschaft in gewerbliche Einkünfte umqualifiziert und alle Wirtschaftsgüter sind im Betriebsvermögen zu aktivieren. Voraussetzung ist jedoch das Überschreiten der Bagatellgrenze.
Stand: Oktober 2023
Wann führt integrierte Versorgung zur gewerblichen Infizierung einer Gemeinschaftspraxis?
Wenn eine Gemeinschaftspraxis im Rahmen der integrierten Versorgung Fallpauschalen erhält, die nicht nur die medizinische Betreuung, sondern auch die Abgabe von Arzneien und Hilfsmitteln abdecken, liegt ein gewerblicher Anteil vor. Dieser gewerbliche Anteil führt nach Auffassung der Finanzverwaltung (OFD Frankfurt/Main, Verfügung vom 16.08.2016) zur Infizierung sämtlicher Einkünfte der Gemeinschaftspraxis, sodass die gesamte Tätigkeit als Gewerbebetrieb gilt.
Stand: März 2017
Wann gehen Verlustvorträge einer GmbH beim Anteilsverkauf unter?
Nach § 8c KStG gehen Verlustvorträge anteilig unter, wenn innerhalb von fünf Jahren mehr als 25% der Anteile auf einen Erwerber übertragen werden. Bei einer Übertragung von mehr als 50% geht der Verlustvortrag vollständig verloren. Diese Regelung betrifft auch Zinsvorträge und andere Verlustpositionen.
Stand: Dezember 2017
Wann gehört ein Grundstück grunderwerbsteuerlich zum Vermögen einer Gesellschaft?
Ein Grundstück gehört zum Vermögen derjenigen Gesellschaft, die zuletzt einen Grundtatbestand nach § 1 Abs. 1 GrEStG (z.B. Kaufvertrag) über das Grundstück verwirklicht hat. Diese Zuordnung gilt, solange der Erwerb nicht rückgängig gemacht wurde. Die gesetzliche Definition schafft Klarheit darüber, welcher Gesellschaft ein Grundstück für Zwecke der Grunderwerbsteuer zuzurechnen ist.
Stand: Dezember 2024
Wann gilt das Zufluss-/Abfluss-Prinzip nicht?
Es findet keine Anwendung bei Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit (§11 Abs. 1 S.4 EStG i.V.m. §38a Abs. 1 S.2 EStG), bei der Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich sowie bei Anschaffungs- und Herstellungskosten, die über die Abschreibung (AfA) als Aufwand verteilt werden. In diesen Fällen erfolgt die Zuordnung nach anderen Grundsätzen.
Stand: Februar 2022
Wann gilt der beschränkte Abzug bis 1.250 € für das Arbeitszimmer?
Der beschränkte Abzug bis 1.250 € pro Jahr ist möglich, wenn dem Steuerpflichtigen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Es handelt sich nicht um eine Pauschale, sondern es können nur die tatsächlich angefallenen Kosten bis zu diesem Höchstbetrag geltend gemacht werden. Während der Corona-Pandemie (01.03.2020–31.12.2021) galt ein Homeoffice auf Empfehlung der Bundesregierung als Fall, in dem kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stand.
Stand: November 2021
Wann gilt deutsche Umsatzsteuer bei Versand an Privatkunden in der EU?
Bei Lieferungen an Privatpersonen (Endverbraucher) im EU-Ausland liegt der Lieferort grundsätzlich am Abgangsort der Ware. Wird also aus Deutschland versandt, ist deutsche Umsatzsteuer auszuweisen und abzuführen. Dies gilt so lange, wie die jeweilige Lieferschwelle des Bestimmungslandes nicht überschritten wird.
Stand: April 2016
Wann gilt die Kleinunternehmerregelung für PV-Anlagenbetreiber?
Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG greift, wenn der Umsatz im Anschaffungsjahr 22.000 € und in den Folgejahren 50.000 € nicht übersteigt. Bei einem Rumpfwirtschaftsjahr ist die Umsatzgrenze anteilig um die Monate ohne Gewerbe zu kürzen.
Stand: Juni 2021
Wann gilt die Kleinunternehmerregelung?
Unter bestimmten Umsatzgrenzen kann die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung genutzt werden. Die Infografik finden Sie im Merkblatt-Verzeichnis unter "Kleinunternehmer 2025". (Quelle: Deubner Verlag)
Wann gilt ein Kassenbericht als ordnungsgemäß?
Ein Kassenbericht ist nach dem BFH dann ordnungsgemäß, wenn sich die Tageseinnahmen widerspruchsfrei aus den dokumentierten Anfangs- und Endbeständen der Kasse herleiten lassen. Die Aufzeichnungen müssen richtig, vollständig und nachprüfbar sein. Liegen diese Voraussetzungen vor, ist eine Schätzung durch das Finanzamt unzulässig.
Stand: August 2013
Wann gilt ein PC-gestütztes Kassensystem als manipulationsanfällig?
Ein PC-gestütztes Kassensystem ist bereits dann manipulationsanfällig, wenn nachträgliche Änderungen ohne Rückverfolgung möglich sind – unabhängig davon, ob nur IT-Spezialisten oder bereits normale Anwender solche Manipulationen vornehmen könnten. Das FG Münster (Urteil vom 29.03.2017, 7 K 3675/13) stellte klar, dass auch ein auf Microsoft Access basierendes System diese Voraussetzung nicht erfüllt. Entscheidend ist die abstrakte Manipulationsmöglichkeit, nicht ob tatsächlich manipuliert wurde.
Stand: April 2017
Wann gilt ein Umzug als beruflich veranlasst?
Ein beruflicher Anlass liegt vor, wenn der Umzug mit einem Arbeitsplatzwechsel zusammenhängt, etwa bei Berufseinstieg, Verlegung des Firmensitzes oder Arbeitgeberwechsel. Zudem wird ein beruflicher Anlass anerkannt, wenn sich die tägliche Fahrzeit zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte um mindestens eine Stunde verkürzt. In diesem Fall ist ein Wechsel des Wohnortes nicht zwingend erforderlich, sodass auch Umzüge innerhalb einer Stadt begünstigt sein können.
Stand: Juli 2019
Wann gilt ein Umzug als beruflich veranlasst?
Ein Umzug ist beruflich veranlasst bei Versetzung, Arbeitsplatz- oder Stellenwechsel, erstmaliger Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit oder wenn er überwiegend im Interesse des Arbeitgebers liegt. Auch eine erhebliche Verkürzung des Arbeitswegs um mindestens eine Stunde täglich (Hin- und Rückweg zusammen) begründet die berufliche Veranlassung. Nur in diesen Fällen sind Umzugskosten als Werbungskosten abziehbar bzw. vom Arbeitgeber steuerfrei erstattbar.
Stand: August 2021
Wann gilt ein Unternehmen als "Unternehmen in Schwierigkeiten" und ist damit nicht antragsberechtigt?
Nach Art. 2 Abs. 18 der VO EU Nr. 651/2014 liegt dies vor, wenn bei haftungsbeschränkten Gesellschaften (z.B. GmbH, UG, gegründet vor 31.12.2016) mehr als die Hälfte des Stammkapitals durch Verluste aufgezehrt ist, bei Personengesellschaften (KG, OHG) mehr als die Hälfte der Eigenmittel verloren ging, ein Insolvenzverfahren läuft oder dessen Voraussetzungen erfüllt sind, oder eine noch nicht zurückgezahlte Rettungs- bzw. laufende Umstrukturierungsbeihilfe besteht. Trifft eine dieser Bedingungen zum 31.12.2019 zu, darf der Zuschuss nicht beantragt werden.
Stand: März 2020
Wann gilt ein Unternehmen als Großbetrieb im Sinne der Betriebsprüfung?
Als Großbetrieb gilt ein Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 7,5 Mio. EUR oder einem steuerlichen Gewinn von über 280.000 EUR. Großbetriebe stehen deutlich häufiger im Fokus der Finanzverwaltung. Sie werden im Schnitt alle 4,6 Jahre geprüft.
Stand: August 2013
Wann gilt ein Wirtschaftsgut nach § 247 Abs. 2 HGB als Anlagevermögen?
Ein Wirtschaftsgut zählt zum Anlagevermögen, wenn es dazu bestimmt ist, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen. Maßgeblich ist also die langfristige Zweckbestimmung und nicht eine nur gelegentliche oder kurzfristige Nutzung. Bei wiederholter Anmietung gleichartiger Güter für den ständigen Gebrauch spricht dies für die Anlagevermögenseigenschaft.
Stand: Juli 2022
Wann gilt ein betrieblicher Arbeitsplatz wegen Lärmbelästigung als unzumutbar?
Nach BFH-Rechtsprechung (Urteil v. 6.11.2014, VI R 4/14) ist ein betrieblicher Arbeitsplatz als ungeeignet anzusehen, wenn bestimmte Lautstärkepegel überschritten werden und gesundheitliche Folgeschäden drohen. Dies gilt besonders bei spezifischen Vorerkrankungen des Arbeitnehmers. In diesen Fällen kann ein Ausweichen ins häusliche Arbeitszimmer steuerlich anerkannt werden.
Stand: Januar 2023
Wann gilt ein eBay-Verkäufer als Unternehmer im umsatzsteuerlichen Sinne?
Ein eBay-Verkäufer wird als Unternehmer eingestuft, wenn er nachhaltig und mit Einnahmeerzielungsabsicht tätig ist. Indizien sind eine hohe Anzahl von Verkäufen, langjährige Aktivität sowie regelmäßige Umsätze in nennenswerter Höhe. Im entschiedenen Fall lagen die jährlichen Umsätze zwischen 18.000 und 66.000 Euro, was zur Unternehmereigenschaft führte.
Stand: Mai 2015
Wann gilt ein zum Abruf bereitgestellter Steuerbescheid als bekannt gegeben?
Ein elektronisch zum Abruf bereitgestellter Verwaltungsakt gilt am vierten Tag nach seiner Bereitstellung als bekannt gegeben. Dies entspricht der durch das Postrechtsmodernisierungsgesetz verlängerten Zugangsvermutung. Die abrufberechtigte Person wird am Tag der Bereitstellung elektronisch über die Abrufmöglichkeit und deren Rechtswirkungen informiert.
Stand: Dezember 2024
Wann gilt eine Bildungseinrichtung als erste Tätigkeitsstätte?
Nach § 9 Abs. 4 S. 8 EStG gilt eine Bildungseinrichtung als erste Tätigkeitsstätte, wenn sie außerhalb eines Dienstverhältnisses zum Zwecke eines Vollzeitstudiums oder einer vollzeitigen Bildungsmaßnahme aufgesucht wird. Die Folge ist, dass Fahrtkosten nur in Höhe der Entfernungspauschale abziehbar sind.
Stand: Juni 2022
Wann gilt eine Zweitausbildung kindergeldrechtlich noch als Teil der Erstausbildung?
Zwei Ausbildungsabschnitte koennen zu einer einheitlichen Erstausbildung zusammengefasst werden, wenn ein enger zeitlicher und sachlicher Zusammenhang besteht und die Berufsausuebung hinter der Berufsausbildung zuruecktritt. Entscheidend ist eine Gesamtbetrachtung, bei der u.a. der zeitliche Umfang der Erwerbstaetigkeit und die Nutzung der bereits erworbenen Qualifikationen geprueft werden. Steht die Berufstaetigkeit im Vordergrund, liegt eine Zweitausbildung vor.
Stand: Juni 2023
Wann greift die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 11 EStG beim Sterbegeld?
Eine Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 11 EStG kommt laut BFH nur für hilfsbedürftige Hinterbliebene in Betracht. Für nicht hilfsbedürftige Erben ist das beamtenrechtliche Sterbegeld dagegen voll steuerpflichtig.
Stand: September 2021
Wann haftet ein GmbH-Geschäftsführer persönlich für Steuerschulden der Gesellschaft?
Nach §§ 34, 69 AO haftet der Geschäftsführer als gesetzlicher Vertreter persönlich, wenn er seine steuerlichen Pflichten schuldhaft (vorsätzlich oder grob fahrlässig) verletzt und dadurch Steueransprüche nicht erfüllt werden. Erforderlich ist also nicht nur die Nichtzahlung der Steuern, sondern ein konkretes Verschulden des Geschäftsführers. Das Finanzamt nutzt diese Haftung häufig, um säumige Steuerschulden beim Vertreter geltend zu machen.
Stand: November 2014
Wann haftet eine Gemeinde bei einem Glatteisunfall auf einer Anliegerstraße?
Eine Haftung der Gemeinde kommt nur in Betracht, wenn sich der Unfall innerhalb der räum- und streupflichtigen Zeit ereignet hat und die Gemeinde ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Ereignet sich der Unfall außerhalb dieser Zeiten – etwa um 4.30 Uhr morgens – scheiden Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld regelmäßig aus.
Stand: November 2012
Wann hat das Bundesverfassungsgericht zur Erbschaft- und Schenkungsteuer entschieden?
Das Bundesverfassungsgericht hat am 17. Dezember 2014 ein Urteil zur Erbschaft- und Schenkungsteuer gefällt. Mit dieser Entscheidung wurde Rechtsklarheit zu den steuerlichen Begünstigungen beim Übergang von Betriebsvermögen geschaffen.
Stand: Dezember 2014
Wann hat der BFH die Anforderungen an die Rechnungsanschrift gelockert?
Der BFH hat in zwei Urteilen vom 21.06.2018 entschieden, dass die Angabe einer postalisch erreichbaren Anschrift des leistenden Unternehmers ausreichend ist. Damit wurden die bisherigen strengen Anforderungen der Finanzverwaltung an die Rechnungsangaben gelockert.
Stand: August 2018
Wann hat der Bundestag das Erbschaftsteuerreformgesetz verabschiedet?
Die große Koalition einigte sich am 20.06.2016 auf einen Kompromiss zur Reform der Erbschaftsteuer. Der Bundestag verabschiedete das entsprechende Gesetz am 24.06.2016.
Stand: September 2016
Wann ist das Abzugsverbot für Werbungskosten bei der Abgeltungsteuer laut FG verfassungswidrig?
Das FG Baden-Württemberg sieht das absolute Abzugsverbot dann als verfassungswidrig an, wenn der tarifliche Einkommensteuersatz des Steuerpflichtigen bereits bei Ansatz nur des Sparer-Pauschbetrags unter 25 % liegt und tatsächlich höhere Werbungskosten angefallen sind. In diesen Fällen führt das Verbot zu einer unangemessenen Benachteiligung gegenüber dem Abgeltungsteuersatz.
Stand: Februar 2013
Wann ist der BFH an die Tatsachenfeststellungen des Finanzgerichts zur Firmenbestattung gebunden?
Der BFH ist als Revisionsinstanz grundsätzlich an die tatsächlichen Feststellungen und deren Würdigung durch das Finanzgericht gebunden, sofern keine Verfahrensfehler oder Verstöße gegen Denkgesetze gerügt werden. Würdigt das FG die Indizien dahin, dass keine Firmenbestattung vorliegt – etwa weil Haftungssubstrat erhalten blieb –, kann der BFH dies nicht ohne Weiteres korrigieren.
Stand: November 2014
Wann ist der Gewinn aus dem Verkauf einer Immobilie nach § 23 EStG steuerfrei?
Der Veräußerungsgewinn ist steuerfrei, wenn die Immobilie entweder zwischen Anschaffung/Fertigstellung und Verkauf ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde, oder im Jahr der Veräußerung und den beiden vorangegangenen Kalenderjahren zu eigenen Wohnzwecken diente. Außerhalb dieser Fälle ist ein Verkauf innerhalb der 10-jährigen Spekulationsfrist als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig.
Stand: Juli 2023
Wann ist der Gewinn aus dem Verkauf einer privaten Immobilie steuerpflichtig?
Bei vermieteten Immobilien im Privatvermögen ist der Veräußerungsgewinn steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf weniger als zehn Jahre liegen. Diese sogenannte Spekulationsfrist von zehn Jahren gilt grundsätzlich nicht für selbst genutzte, private Immobilien, deren Verkauf in der Regel steuerfrei ist.
Stand: Juli 2017
Wann ist der Strom aus einer Photovoltaikanlage steuerfrei?
Wird der erzeugte Solarstrom ausschließlich für den Eigenverbrauch genutzt und nicht verkauft, entstehen keine steuerpflichtigen Einkünfte. In diesem Fall entfällt jedoch auch die Möglichkeit, die Vorsteuer aus Anschaffung, Wartung und Reparatur beim Finanzamt geltend zu machen.
Stand: Juni 2021
Wann ist der Vorsteuerabzug bei Betriebsveranstaltungen zulässig?
Der Vorsteuerabzug ist nur möglich, wenn die bezogenen Leistungen überwiegend im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegen. Das ist nach Auffassung der Finanzverwaltung dann der Fall, wenn die Zuwendungen als Aufmerksamkeiten im Sinne des § 3 Abs. 9a Nr. 2 UStG gelten und somit keine steuerbare sonstige Leistung an den Arbeitnehmer darstellen.
Stand: August 2023
Wann ist der Werbungskostenabzug bei Vermietung auf die Entfernungspauschale beschränkt?
Nach dem BFH-Urteil vom 01.12.2015 (IX R 18/15) ist der Abzug auf die Entfernungspauschale beschränkt, wenn sich am Vermietungsobjekt der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft auf Überschusserzielung angelegten Vermietungstätigkeit befindet. Dann gilt das Objekt als regelmäßige Tätigkeitsstätte, und nur die einfache Entfernung darf angesetzt werden.
Stand: April 2016
Wann ist der ermäßigte Steuersatz günstiger als die Fünftelregelung?
Der ermäßigte Steuersatz nach § 34 Abs. 3 EStG ist regelmäßig dann vorteilhafter, wenn ein hoher Veräußerungsgewinn vorliegt und der Steuerpflichtige bereits laufende Einkünfte im Spitzensteuersatzbereich erzielt. Im Beispiel mit 200.000 EUR Veräußerungsgewinn und 50.000 EUR laufenden Einkünften ergibt sich eine Ersparnis von rund 40.970 EUR gegenüber der Fünftelregelung. Die Fünftelregelung ist dagegen vorteilhaft bei niedrigeren laufenden Einkünften oder wenn der ermäßigte Tarif bereits in Vorjahren verbraucht wurde.
Stand: Juni 2023
Wann ist der wirtschaftliche Vorteil aus einer Vertragsarztzulassung als eigenes Wirtschaftsgut anzusehen?
Ein eigenes immaterielles Wirtschaftsgut liegt nach BFH-Rechtsprechung nur dann vor, wenn ausschließlich die Vertragsarztzulassung Gegenstand des Kaufvertrags ist und nicht eine komplette Praxis übernommen wird. Nur dann kann der Kaufpreis als abnutzbares Wirtschaftsgut über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
Stand: Mai 2017
Wann ist die Mitvermietung von Betriebsvorrichtungen eine umsatzsteuerfreie Nebenleistung?
Eine Nebenleistung liegt vor, wenn die Betriebsvorrichtungen speziell auf das Gebäude abgestimmt sind und ausschließlich der optimalen vertragsmäßigen Nutzung dienen. Im entschiedenen Fall waren Fütterungs-, Heizungs- und Lüftungsanlagen eines Putenstalls als Nebenleistung zur Stallverpachtung einzustufen. Maßgeblich ist die wirtschaftliche Einheitlichkeit der Gesamtleistung.
Stand: September 2023
Wann ist die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG für Geschenke relevant?
Für Geschenke an Geschäftsfreunde, die die Freigrenze von 10 Euro übersteigen, kann der Schenker die Steuer pauschal mit 30 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer übernehmen. Damit bleibt das Geschenk für den Empfänger steuerfrei. Die Pauschalsteuer ist allerdings selbst nicht als Betriebsausgabe abziehbar, wenn das Geschenk die 35-Euro-Grenze überschreitet.
Stand: Juli 2013
Wann ist die Steuerklassenkombination IV/IV gegenüber III/V vorteilhafter?
Übersteigt der monatliche Arbeitslohn des geringer verdienenden Partners die in den BMF-Tabellen (Spalten 2, 3, 5 oder 6) ausgewiesenen Grenzbeträge, führt die Kombination IV/IV grundsätzlich zu einer niedrigeren oder zumindest nicht höheren Lohnsteuerbelastung als III/V. Die Tabellen unterscheiden dabei danach, ob der jeweilige Partner in allen Zweigen oder in keinem Zweig sozialversichert ist, und gelten nur bei jährlich konstantem Arbeitslohn.
Stand: Mai 2022
Wann ist die erbschaftsteuerliche Verschonung wegen Verwaltungsvermögen ausgeschlossen?
Überschreitet das nicht begünstigte Verwaltungsvermögen 90% des gesamten Betriebsvermögens, wird die Verschonung von der Erbschaft- und Schenkungsteuer vollständig ausgeschlossen. Bis zu 10% Verwaltungsvermögen werden hingegen wie steuerrechtlich begünstigtes Betriebsvermögen behandelt. Finanzmittel können zudem bis zu 15% zur Sicherung der Liquidität dem begünstigten Vermögen zugerechnet werden.
Stand: Juni 2016
Wann ist ein Buchwertansatz des eingebrachten Betriebsvermögens nicht möglich?
Ein Buchwertansatz ist nicht möglich, wenn sich unter Berücksichtigung von Entnahmen und Einlagen im Rückwirkungszeitraum negative Anschaffungskosten ergeben würden. In diesem Fall sind die Buchwerte des eingebrachten Vermögens insoweit aufzustocken, dass keine negativen Anschaffungskosten entstehen.
Stand: Dezember 2024
Wann ist ein Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber ab 2024 ausgeschlossen?
Rückwirkend ab 1.1.2024 ist der Lohnsteuer-Jahresausgleich beim Bezug ausländischer Einkünfte, von denen keine inländische Lohnsteuer einbehalten wurde, ausgeschlossen. Zusätzlich ist der Ausgleich ausgeschlossen, wenn für den Arbeitnehmer im Ausgleichsjahr im Rahmen der Vorsorgepauschale unterschiedliche Abschläge zur Pflegeversicherung berücksichtigt wurden, um eine unzutreffende Jahreslohnsteuer zu vermeiden.
Stand: Dezember 2024
Wann ist ein Minijob neben dem Hauptjob steuer- und sozialversicherungsrechtlich begünstigt möglich?
Nur dann, wenn der Minijob bei einem anderen Arbeitgeber ausgeübt wird. § 8 Abs. 2 Satz 1 SGB IV erlaubt einen geringfügig entlohnten Minijob neben einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ausdrücklich nur bei verschiedenen Arbeitgebern. Beim selben Arbeitgeber werden alle Beschäftigungen zusammengerechnet.
Stand: Februar 2023
Wann ist ein Unternehmen vom OSS-Verfahren ausgenommen (Bagatellgrenze)?
Ausgenommen sind Unternehmen, die nur in einem EU-Mitgliedstaat ansässig sind und deren Netto-Gesamtbetrag aus innergemeinschaftlichen Fernverkäufen sowie Telekommunikations-, Rundfunk-, Fernseh- und elektronischen Dienstleistungen weder im laufenden noch im vorangegangenen Kalenderjahr 10.000 € übersteigt. In diesem Fall müssen die Rechnungen mit der inländischen Umsatzsteuer ausgestellt und an das zuständige Finanzamt gemeldet werden.
Stand: Juni 2021
Wann ist ein Verlust aus der Vermietung einer Ferienwohnung steuerlich anzuerkennen?
Ein Verlust ist u. a. anzuerkennen, wenn die tatsächliche Vermietungszeit die ortsübliche Vermietungszeit von Ferienwohnungen um maximal 25 % unterschreitet. Wird diese Grenze überschritten, prüft das Finanzamt die Einkunftserzielungsabsicht gesondert und verlangt regelmäßig eine Überschussprognose über 30 Jahre.
Stand: Januar 2021
Wann ist ein privates Veräußerungsgeschäft bei Immobilien steuerfrei?
Nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG bleibt ein Veräußerungsgewinn steuerfrei, wenn die Immobilie im Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde. Die Nutzung durch unterhaltsberechtigte und nach § 32 EStG zu berücksichtigende Kinder wird der Eigennutzung gleichgestellt.
Stand: Oktober 2023