Fragen & Antworten
Antworten auf häufige Fragen.
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2304 Fragen · Seite 3 / 47
Bis wann muss die Corona-Soforthilfe in NRW abgerechnet werden?
Die Abrechnung der NRW-Soforthilfe 2020 soll regulär im Frühjahr 2021 erfolgen. Für eine eventuelle Rückzahlung zu viel erhaltener Mittel besteht Zeit bis zum Herbst 2021. Die ursprünglich gesetzte Rückmeldefrist zum 30. November 2020 wurde verschoben.
Stand: November 2020
Bis wann muss die Einkommensteuererklärung 2018 abgegeben werden?
Die Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung 2018 wurde vom 31. Mai 2019 auf den 31. Juli 2019 verlängert. Diese Verlängerung gilt für Steuerpflichtige, die ihre Erklärung selbst erstellen. Grundlage ist das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens.
Stand: Januar 2017
Bis wann muss die Einkommensteuererklärung für 2018 abgegeben werden?
Die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2018 muss grundsätzlich bis zum 31.07.2019 beim Finanzamt eingereicht werden. Damit gilt ab dem Veranlagungsjahr 2018 eine um zwei Monate verlängerte Abgabefrist gegenüber dem früheren Stichtag 31.05. des Folgejahres.
Stand: Januar 2019
Bis wann muss die Einkommensteuererklärung ohne Steuerberater abgegeben werden?
Nach § 149 Abs. 2 S. 1 AO gilt als regulärer Abgabetermin der 31.07. des Folgejahres. Für die Steuererklärung 2022 ist also der 31.07.2023 maßgeblich. Fällt der Termin auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, verlängert sich die Frist bis zum nächsten Werktag.
Stand: Juli 2021
Bis wann muss die Schlussabrechnung der Corona-Hilfen abgegeben werden?
Die Schlussabrechnung kann von Mitte Mai 2022 bis zum 31.12.2022 eingereicht werden. Eine fristgerechte Abgabe ist zwingend, da sonst die bewilligten Fördermittel in voller Höhe zurückgezahlt werden müssen.
Stand: Mai 2022
Bis wann muss die elektronische Lohnsteuerbescheinigung übermittelt werden?
Arbeitgeber sind grundsätzlich verpflichtet, die elektronische Lohnsteuerbescheinigung bis zum 28. Februar des Folgejahres an das Finanzamt zu übermitteln. Die Frist gilt einheitlich für alle übermittlungspflichtigen Arbeitgeber.
Stand: September 2014
Bis wann muss eine 2015 errichtete Photovoltaikanlage dem Unternehmensvermögen zugeordnet werden?
Die Zuordnung einer im Jahr 2015 errichteten Photovoltaikanlage zum Unternehmensvermögen muss spätestens bis zum 31.05.2016 erfolgen. Diese Frist ist zwingend einzuhalten, da andernfalls der Vorsteuerabzug aus den Anschaffungskosten verloren geht.
Stand: Mai 2016
Bis wann muss spätestens auf das ELStAM-Verfahren umgestellt werden?
Spätestens mit der Lohnabrechnung für Dezember 2013 muss der Umstieg erfolgen. Bis dahin muss für jeden Arbeitnehmer mindestens eine Abrechnung über das elektronische Verfahren durchgeführt worden sein.
Stand: November 2012
Bis wann mussten Anträge für die erste Phase der Überbrückungshilfe gestellt werden?
Anträge für die erste Phase (Fördermonate Juni bis August 2020) mussten spätestens bis zum 9. Oktober 2020 eingereicht werden. Eine rückwirkende Antragstellung nach diesem Datum war nicht möglich.
Stand: September 2020
Bis wann müssen Rechnungen über innergemeinschaftliche Lieferungen und B2B-Reverse-Charge-Leistungen ausgestellt werden?
Sowohl bei innergemeinschaftlichen Lieferungen als auch bei B2B-Leistungen inländischer Unternehmer im Ausland (Reverse-Charge) muss die Rechnung spätestens bis zum 15. des Monats ausgestellt werden, der auf den Monat der Leistungsausführung folgt.
Stand: September 2013
Bis wann müssen selbst erstellte Steuererklärungen ab 2017 abgegeben werden?
Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung selbst erstellen, haben ab dem Veranlagungszeitraum 2017 Zeit bis zum 31. Juli des Folgejahres. Damit wurde die bisherige Frist vom 31. Mai um zwei Monate verlängert. Die Neuregelung wurde vom Bundestag am 12. Mai 2016 beschlossen.
Stand: Mai 2016
Bis wann und wo kann ein Steuerklassenwechsel beantragt werden?
Ein Antrag auf Wechsel der Steuerklasse kann mehrfach im Kalenderjahr beim Wohnsitzfinanzamt gestellt werden. Abgabefrist ist der 30. November des jeweiligen Kalenderjahres. Der Antrag ist auch elektronisch über das Portal „Mein Elster“ möglich.
Stand: Mai 2022
Bis zu welchem Betrag ist der vereinfachte Spendennachweis möglich?
Der vereinfachte Spendennachweis ist ab dem Jahressteuergesetz 2020 bis zu einem Betrag von 300,- EUR möglich (bisher 200,- EUR). In diesen Fällen genügt eine Kopie des Kontoauszugs als Nachweis gegenüber dem Finanzamt; eine separate Spendenbescheinigung ist nicht erforderlich.
Stand: Januar 2021
Bis zu welchem Betrag kann Standard-Software ab 2018 direkt abgeschrieben werden?
Nach R 5.5 EStR war bisher eine direkte Abschreibung von Standard-Computerprogrammen bis 410 EUR zulässig. Diese Grenze ist an die GWG-Grenze nach § 6 Abs. 2 EStG angelehnt und wird laut Aussage der Bundesregierung ebenfalls auf 800 EUR angehoben. Die Anpassung ist mit der nächsten Überarbeitung der Steuerrichtlinien zu erwarten.
Stand: August 2017
Bis zu welchem Betrag können Corona-Bonuszahlungen an Beschäftigte 2020 steuerfrei geleistet werden?
Arbeitgeber können ihren Beschäftigten im Jahr 2020 Beihilfen und Unterstützungen bis zu 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachlohn gewähren. Voraussetzung ist, dass die Leistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wird. Die Steuerfreiheit gilt für alle Branchen, nicht nur für systemrelevante Berufe.
Stand: Mai 2020
Bis zu welchem Bruttolistenpreis wird ein E-Firmenwagen begünstigt?
Die Bruttolistenpreisgrenze für die begünstigte Versteuerung von Elektro-Firmenwagen wurde angehoben; den genauen Betrag und die Fundstelle finden Sie im Beitrag. (Quelle: Deubner Recht & Steuern)
Stand: Dezember 2025
Bis zu welchem Einkommen entfällt der Solidaritätszuschlag ab 2021?
Ab 2021 wird die Freigrenze für den Solidaritätszuschlag von 972 Euro auf 16.956 Euro Steuerzahlung angehoben. Dadurch fällt bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 61.717 Euro (Verheiratete: doppelter Betrag) kein Soli mehr an. Im Anschluss greift eine Milderungszone bis 96.409 Euro, sodass insgesamt rund 96,5 Prozent der bisherigen Zahler entlastet werden.
Stand: Dezember 2020
Bis zu welcher Einkommensteuer entfällt der Solidaritätszuschlag künftig vollständig?
Einzelpersonen, die nicht mehr als 16.956 EUR Einkommensteuer im Jahr zahlen, sollen vollständig vom Solidaritätszuschlag befreit werden. Für zusammen veranlagte Ehegatten gilt der doppelte Betrag von 33.912 EUR. Diese Freigrenze führt dazu, dass die Mehrheit der bisherigen Soli-Zahler entlastet wird.
Stand: Oktober 2019
Bis zu welcher Grenze bleibt eine Betriebsveranstaltung lohnsteuer- und sozialabgabenfrei?
Pro Arbeitnehmer und Veranstaltung gilt ein Freibetrag von 110 Euro brutto (inklusive Umsatzsteuer und Kosten für Begleitpersonen). Diese Begünstigung greift für maximal zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr. Wird die 110-Euro-Grenze überschritten, entfällt die Steuerfreiheit insgesamt für den übersteigenden Teil bzw. nach aktueller Auslegung für die gesamte Zuwendung.
Stand: Oktober 2012
Bis zu welcher Höhe gelten Bonusleistungen der Krankenkasse nicht als Beitragserstattung?
Bonusleistungen für gesundheitsbewusstes Verhalten gelten bis zu 150 EUR pro versicherter Person und Beitragsjahr nicht als Beitragserstattung. Bis zu diesem Freibetrag mindern sie somit nicht die als Sonderausgaben abziehbaren Krankenversicherungsbeiträge.
Stand: Dezember 2024
Bis zu welcher Höhe ist die Corona-Sonderzahlung an Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei?
Nach § 3 Nr. 11a EStG können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern eine Corona-Sonderzahlung bis maximal 1.500 € steuer- und sozialversicherungsfrei gewähren. Darüber hinausgehende Beträge sind als regulärer Arbeitslohn zu versteuern. Die Zahlung kann wahlweise als Geldleistung oder Sachbezug erfolgen.
Stand: September 2020
Bis zu welcher Höhe sind Erstausbildungskosten als Sonderausgaben abziehbar?
Kosten für eine Erstausbildung können nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG nur als Sonderausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 6.000 EUR pro Kalenderjahr geltend gemacht werden. Ein Abzug ist zudem nur möglich, wenn im selben Jahr Einkünfte des Steuerpflichtigen vorliegen.
Stand: August 2023
Bis zu welcher Höhe sind Präventionskurse vom Arbeitgeber steuerfrei?
Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn Präventionskurse bis zu einem Höchstbetrag von 500 Euro pro Arbeitnehmer und Kalenderjahr steuerfrei bezahlen. Rechtsgrundlage ist § 3 Nr. 34 EStG. Voraussetzung ist, dass die Kurse der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen.
Stand: August 2016
Bis zu welcher Leistung sind kleine Photovoltaikanlagen steuerbefreit?
Die Steuerbefreiung für Photovoltaikanlagen gilt einheitlich für Anlagen mit einer maximal zulässigen Bruttoleistung von 30 kW (peak) je Wohn- oder Gewerbeeinheit, unabhängig von der Gebäudeart. Pro Steuerpflichtigem oder Mitunternehmerschaft dürfen insgesamt höchstens 100 kW (peak) installiert sein. Die bisherige Grenze von 15 kW (peak) bei bestimmten Gebäuden entfällt damit.
Stand: Dezember 2024
Bis zu welcher Wertgrenze gelten Werbegeschenke als Streuartikel?
Als Streuartikel gelten Werbeartikel mit einem Wert von bis zu 10 Euro netto pro Stück. Sie sind unbeschränkt als Betriebsausgabe abziehbar und unterliegen nicht der pauschalen Besteuerung nach § 37b EStG.
Stand: Juli 2013
Bleibt die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht bei Unterbrechung des Minijobs bestehen?
Ja, eine einmal erteilte Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gilt für die gesamte Dauer des Minijobs und endet erst mit Beendigung der Beschäftigung. Unterbrechungen durch Elternzeit oder Entgeltersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld berühren die Befreiung nicht, solange das Arbeitsverhältnis fortbesteht.
Stand: August 2021
Bleibt die bisherige Kfz-Steuernummer nach dem Wechsel zur Zollverwaltung gültig?
Ja, die bisherige Steuernummer bleibt als Bezug für Rückfragen und Korrespondenz erhalten. Die Zollverwaltung vergibt zwar neue Steuernummern, diese werden jedoch zunächst nur intern verwendet. Für Steuerpflichtige ändert sich an der Kennung nach außen also nichts.
Stand: Januar 2014
Darf das Finanzamt den Vorsteuerabzug versagen, wenn das Lieferdatum nicht ausdrücklich genannt ist?
Nein, sofern sich der Leistungszeitpunkt aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung ableiten lässt, darf das Finanzamt den Vorsteuerabzug nicht allein wegen einer fehlenden separaten Angabe des Lieferdatums verweigern. Die Angabe gilt dann als formal ordnungsgemäß. Dies hat der BFH gegen die strengere Auffassung der Finanzverwaltung klargestellt.
Stand: Juni 2018
Darf das Finanzamt die Pauschbeträge für Sachentnahmen pauschal erhöhen?
Eine pauschale Erhöhung der amtlichen Werte um zusätzliche Beträge für Non-Food-Artikel ist nach Auffassung des FG Münster rechtswidrig. Das Finanzamt muss im Rahmen seiner Schätzungsbefugnis nachvollziehbar darlegen, warum die amtlichen Pauschbeträge im konkreten Fall nicht ausreichen. Allein die Tatsache, dass ein Lebensmitteleinzelhändler auch Non-Food-Artikel führt, rechtfertigt keine Hinzuschätzung.
Stand: August 2022
Darf das Finanzamt eine besondere Zertifizierung des Kursanbieters für die Steuerfreiheit verlangen?
Nein. Nach einem Urteil des FG Bremen (11.2.2016, 1 K 80/15) darf das Finanzamt keine über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Zertifizierung des Anbieters verlangen, etwa nach dem „Leitfaden Prävention“. Maßgeblich ist allein, dass die Kurse hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen des SGB V entsprechen.
Stand: August 2016
Darf der Arbeitgeber das Handy für einen symbolischen Preis vom Arbeitnehmer kaufen?
Ja, der BFH hat entschieden, dass auch ein Ankauf des Mobiltelefons vom Arbeitnehmer zu einem symbolischen Preis (z. B. 1 bis 6 Euro) die Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 45 EStG nicht ausschließt. Entscheidend ist, dass ein wirksamer Kaufvertrag vorliegt und das Gerät damit in das wirtschaftliche Eigentum des Arbeitgebers übergeht. Die Finanzverwaltung sieht dies bislang allerdings restriktiver (LSt-Handbuch H 3.45, Beispiel 2).
Stand: Februar 2023
Darf der Arbeitgeber den Urlaubsanspruch wegen gewährtem unbezahltem Sonderurlaub kürzen?
Nein. Das BAG hat klargestellt, dass der Arbeitgeber den gesetzlichen Urlaubsanspruch nicht kürzen darf, wenn er dem Arbeitnehmer auf dessen Wunsch unbezahlten Sonderurlaub gewährt. Eine gesetzliche Kürzungsmöglichkeit besteht für diesen Fall nicht.
Stand: August 2014
Darf der Sanierungserlass auf Altfälle vor dem 08.02.2017 weiter angewendet werden?
Nein. Der BFH hat mit Urteilen vom 23.08.2017 (I R 52/14 und X R 38/15) entschieden, dass auch die Übergangsregelung des BMF für Altfälle gegen den Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung verstößt. Gerichte dürfen den Sanierungserlass damit auch dann nicht anwenden, wenn die Gläubiger bis einschließlich 08.02.2017 endgültig auf ihre Forderungen verzichtet haben. Nur der Gesetzgeber hätte eine solche Übergangsregelung schaffen können.
Stand: Oktober 2017
Darf der Veranstalter eines Weihnachtsmarktes auf öffentlicher Grünfläche Eintritt verlangen?
Nein. Das Verwaltungsgericht Berlin hat mit Beschluss vom 04.12.2014 entschieden, dass für einen Weihnachtsmarkt auf einer öffentlichen Grün- und Erholungsanlage kein Eintrittsgeld erhoben werden darf. Dies widerspricht der Zweckbestimmung solcher Flächen, die jedermann kostenfrei zur Erholung dienen sollen.
Stand: Dezember 2014
Darf die Behörde im Vorsteuervergütungsverfahren auf der gescannten Originalrechnung bestehen?
Nein. Laut FG Köln darf die Behörde die Vorsteuererstattung nicht davon abhängig machen, dass das Original eingescannt wurde. Auch eine gescannte Rechnungskopie ist als Nachweis ausreichend und muss für die Erstattung anerkannt werden.
Stand: April 2016
Darf ein Fahrer das Handy während der Fahrt an einen Beifahrer weiterreichen?
Ja, das Weiterreichen des Mobiltelefons an einen Beifahrer ist nach Auffassung des OLG Köln zulässig, solange der Fahrer nicht zuvor selbst auf das Display schaut. Da kein eigener Kommunikationsvorgang vorbereitet wird, liegt keine verbotene Nutzung am Steuer vor.
Stand: Dezember 2014
Darf ein GmbH-Gesellschafter wegen Pflichtverletzung ohne Abfindung ausgeschlossen werden?
Nein, auch bei einer (groben) Verletzung der Interessen der Gesellschaft oder der Pflichten des Gesellschafters darf die Abfindung nicht generell ausgeschlossen werden. Der BGH stuft entsprechende Satzungsregelungen als sittenwidrig nach § 241 Nr. 4 AktG ein. Der Gesellschafter hat durch Kapitaleinsatz und ggf. Mitarbeit zum Wert des Geschäftsanteils beigetragen und darf diese Stellung nicht ohne Wertausgleich verlieren.
Stand: Juli 2014
Darf eine Mitarbeiterin an Altweiber einem Kunden die Krawatte abschneiden?
Nur mit ausdrücklichem Einverständnis des Krawattenträgers. Das Amtsgericht Essen (AZ 20C 691/87) hat entschieden, dass das eigenmächtige Abschneiden einer Krawatte eine Sachbeschädigung darstellt und der Schaden ersetzt werden muss. Der Karnevalsbrauch rechtfertigt keinen Eingriff in fremdes Eigentum.
Stand: Februar 2014
Darf eine bereits zugesagte freiwillige Sonderzahlung in eine Corona-Prämie umgewandelt werden?
Nein, wenn bereits vor dem 1. März 2020 ein Anspruch auf eine Sonderleistung bestand – etwa durch arbeitsvertragliche Fixierung, auch wenn als freiwillig deklariert – darf diese nicht in eine Corona-Prämie umgewandelt werden. Es läge sonst eine schädliche Gehaltsumwandlung vor. Echte freiwillige Leistungen ohne Anspruch dürfen jedoch durch die Corona-Prämie ersetzt werden.
Stand: September 2020
Darf eine weitere volljährige Person mit im Haushalt des Alleinerziehenden leben?
Grundsätzlich nicht, da das Finanzamt dann ein gemeinsames Wirtschaften unterstellt und der Anspruch auf den Entlastungsbetrag entfällt. Ausgenommen sind volljährige Personen, für die selbst ein Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag besteht. Auch wenn nachgewiesen werden kann, dass keine Haushaltsgemeinschaft (z.B. durch getrennte Wohnteile) vorliegt, bleibt der Anspruch erhalten.
Stand: Dezember 2021
Decken die Pauschbeträge für Sachentnahmen auch Non-Food-Artikel im Lebensmitteleinzelhandel ab?
Nach Auffassung des FG Münster (Urteil v. 29.4.2022, 10 K 1297/20) ist der Pauschbetrag für den Gewerbezweig Nahrungs- und Genussmittel (Einzelhandel) ausreichend und deckt auch die Entnahme von Non-Food-Artikeln wie Wasch-, Putz-, Hygiene- oder Kosmetikartikeln ab. Eine zusätzliche Hinzuschätzung des Finanzamts für Non-Food-Artikel ist unzulässig. Begründet wird dies damit, dass es allgemeiner Lebenserfahrung entspricht, dass ein Lebensmitteleinzelhändler auch solche Artikel im Sortiment führt.
Stand: August 2022
Dürfen Arbeitnehmer aus Angst vor Ansteckung der Arbeit fernbleiben?
Nein. Arbeitnehmer dürfen ihrer Beschäftigung nur fernbleiben, wenn sie tatsächlich arbeitsunfähig sind. Bloße Angst vor einer möglichen Ansteckung am Arbeitsplatz reicht nicht aus. Unentschuldigtes Fernbleiben kann arbeitsrechtliche Konsequenzen wie Abmahnung oder Kündigung nach sich ziehen.
Stand: März 2020
Dürfen Ergebnisse eines Zeitreihenvergleichs unbesehen für die Höhe einer Hinzuschätzung übernommen werden?
Nein. Stehen keine anderen Schätzungsmethoden zur Verfügung, dürfen die Ergebnisse nicht ungeprüft übernommen werden, sondern bilden allenfalls einen Anhaltspunkt für eine Hinzuschätzung. Nur wenn die materielle Unrichtigkeit der Buchführung bereits aufgrund anderer Erkenntnisse feststeht, können die Ergebnisse eines technisch korrekt durchgeführten Zeitreihenvergleichs auch zur Bemessung der Höhe herangezogen werden.
Stand: August 2015
Dürfen LKW-Fahrer bei Übernachtung in der Schlafkabine Übernachtungspauschalen ansetzen?
Nein. Nach dem BFH-Urteil vom 28.03.2012 (VI R 48/11) dürfen LKW-Fahrer, die in der Schlafkabine ihres LKW übernachten, die Pauschalen für Übernachtungen bei Auslandsdienstreisen nicht anwenden. Liegen keine Einzelnachweise über die tatsächlichen Kosten vor, sind die Aufwendungen zu schätzen.
Stand: Dezember 2012
Dürfen Solo-Selbständige einen Pauschalbetrag für Lebenshaltungskosten ansetzen?
Ja, Solo-Selbständige, Freiberufler sowie im Unternehmen tätige Inhaber von Einzelunternehmen und Personengesellschaften dürfen einmalig pauschal 2.000 EUR für die Monate März und April für Lebenshaltungskosten oder einen fiktiven Unternehmerlohn ansetzen. Voraussetzung ist eine erstmalige Antragstellung im März oder April 2020, keine Beantragung von ALG II für diese Monate und keine Inanspruchnahme des Sofortprogramms für Künstler.
Stand: Mai 2020
Dürfen Streuwerbeartikel pauschal versteuert werden, um die 44-EUR-Grenze zu retten?
Ja. Nach BMF-Schreiben vom 19.05.2015 darf der Arbeitgeber einen Streuwerbeartikel auch dann der Pauschalsteuer nach § 37b EStG unterwerfen, wenn dadurch die 44-EUR-Monatsgrenze sonst überschritten würde. So können andere Sachbezüge innerhalb der Freigrenze steuerfrei gewährt werden.
Stand: August 2016
Dürfen Versicherungsvertreter eine Rückstellung für die Nachbetreuung von Verträgen bilden?
Nach dem Urteil des FG Münster ist die Bildung einer Rückstellung für die Nachbetreuung von Versicherungsverträgen grundsätzlich nicht zulässig. Selbst wenn der Vertreter verpflichtet ist, laufenden Kontakt zu Kunden zu pflegen, reicht dies allein nicht aus. Voraussetzung wäre eine inhaltlich eindeutige und durchsetzbare vertragliche Nachbetreuungsverpflichtung.
Stand: Dezember 2016
Dürfen alte, nicht aufrüstbare Registrierkassen weiterverwendet werden?
Ja, für Registrierkassen, die nach dem 25.11.2010 und vor dem 1.1.2020 angeschafft wurden, die alten Anforderungen erfüllen, aber technisch nicht aufrüstbar sind, gilt eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2022. Voraussetzung ist, dass entsprechende Nachweise vorliegen und der Systemdokumentation beigefügt sind.
Stand: November 2019
Dürfen bereits festgesetzte Erstattungszinsen rückwirkend zulasten des Steuerpflichtigen gemindert werden?
Nein. Nach § 176 Abs. 1 Nr. 1 AO (Vertrauensschutz) darf eine Änderung oder Aufhebung eines Steuerbescheides nicht zu Ungunsten des Steuerpflichtigen erfolgen. Wurden also bereits Erstattungszinsen nach altem Recht zugunsten des Steuerpflichtigen festgesetzt, dürfen diese durch die Neuregelung nicht nachträglich gekürzt werden.
Stand: Mai 2022
Dürfen gemeinnützige Organisationen Spendenquittungen per E-Mail versenden?
Ja. Laut BMF-Schreiben vom 6. Februar 2017 (Gz.: IV C 4 – S 2223/07/0012) steht es gemeinnützigen Organisationen frei, Zuwendungsbestätigungen auch per E-Mail zu übermitteln. Die klassische Übermittlung per Brief bleibt daneben weiterhin zulässig.
Stand: Februar 2017