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Rating – Analyse und mögliche Verbesserungs<wbr>maßnahmen <br><small>von Ingolf Ersel</br>

Ausgangslage Welche möglichen Assoziationen löst unser folgendes Beispiel bei Ihnen aus? Sie planen eine Investition (zum Beispiel einen Maschinenkauf) für Ihren Betrieb. Eine fest geplante Kundenzahlung geht auf Ihrem Bankkonto

3 Min LesezeitAktualisiert: 2021-01-12

Ausgangslage

Welche möglichen Assoziationen löst unser folgendes Beispiel bei Ihnen aus? 

Sie planen eine Investition (zum Beispiel einen Maschinenkauf) für Ihren Betrieb. Eine fest geplante Kundenzahlung geht auf Ihrem Bankkonto nicht ein. Sie sprechen den Sachbearbeiter Ihrer Hausbank an, bitten um einen Kredit, beziehungsweise. um eine Erweiterung des Kontokorrentrahmens, und legen Ihre Bilanz mit aktueller BWA (Betriebswirtschaftlicher Auswertung) und SuSa (Summen- und Saldenliste) vor. 

Der Kreditexperte hat aber Fragen zu Ihrem Zahlenwerk. Er könnte sogar Zweifel äußern, möglicherweise erfolgt eine Absage Ihrer Kreditnachfrage.

Es stellt sich die Frage, warum es zu einer negativen Kreditaussage kam.

Allgemeines

Die Zielsetzung des Ratings liegt zum einen darin, alle relevanten Leistungs- und Funktionsbereiche des zu analysierenden Unternehmens im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage und deren voraussichtliche Entwicklung aufzuzeigen, zum anderen die Bonität des Unternehmens und deren möglichen Risiken zu bewerten und aufzudecken. 

Im Hinblick auf die Vielzahl verfügbarer Informationen erfüllt das Rating somit für Dritte, zum Beispiel für Investoren oder Banken, ein Instrument zur Bestimmung von Schuldnerbonitäten und Ausfallwahrscheinlichkeiten sowie der Kategorisierung und Minimierung insbesondere der Kreditrisiken.

Eine gute Ratingnote ist nicht nur Voraussetzung zur Kreditgewährung, sondern auch für einen akzeptablen Zinssatz. Die Zinsspanne zwischen einer „guten“ und einer „schlechten“ Note beträgt bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) mehr als 4 Prozentpunkte. Bei den örtlichen Hausbanken kann eine Spanne von 1,5-5,4% oder sogar bis individuell 8% Werten liegen.

Das generelle Vorgehen des Ratings erfolgt in einzelnen Prozessschritten:

  • Einteilung der Insolvenzrisiken in Risikoklassen,
  • Darstellung von Insolvenzrisiken mit Hilfe von Kennzahlen,
  • Verknüpfung der Kennzahlen zu einem Kennzahlensystem,
  • Bildung eines Risikourteils durch die Prüfung und Beurteilung der Kennzahlenausprägungen,
  • Entwicklung von Maßnahmen entsprechend des ausgefallenen Rating-Urteils. 

Optimierungsbereiche beim Rating

Um Ihr Unternehmen zukunftsträchtig zu sichern, sind vorbereitende Maßnahmen zu treffen.

Die von uns vorgestellten ausgewählten Maßnahmen im Rahmen der Bilanzpolitik können die Bewertung des Ratings positiv beeinflussen. Die unten aufgeführte tabellarische Übersicht verdeutlicht, wie sich diese auf die Bilanzpositionen und die daraus von den Banken abgeleiteten Ratingkennzahlen positiv oder auch negativ auswirken. 

Die wichtigsten anzusprechenden Bereiche im Rahmen der Verbesserung der Bilanz sind unseres Erachtens zum Beispiel: 

  • Eigenkapital erhöhen
  • Ertragskraft steigern 
  • Verschuldung abbauen und 
  • Liquidität sicherstellen 

Daran anknüpfend bieten sich zehn wirkungsvolle Maßnahmen an, um einen positiven Effekt bei Vergabe der Ratingnote zu erreichen:

  • Eigenkapitalquote verbessern
  • Warenbestände reduzieren
  • Forderungen abbauen
  • Finanzstruktur optimieren, im Sinne von: Working Capital und Anlagendeckung
  • Kreditlaufzeiten anpassen, im Sinne von: Cash Flow und Kapitaldienstfähigkeit
  • Rentabilität erhöhen
  • Verschuldung reduzieren
  • Anlagevermögen minimieren
  • Cash Flow steigern
  • Kommunikation mit Kapitalgebern optimieren

Die einzelnen Maßnahmen können gezielt von Ihnen und unseren Spezialisten angegangen und effektiv, schnell und unkompliziert umgesetzt werden.

Schlussfolgerung

Die Ratingnote ist keine starre, feste, unbeeinflussbare Kennzahl. Mit einer entsprechend vorausschauenden Bilanzpolitik und einer ratingorientierten Unternehmensführung kann jede Geschäftsführung die eigene Ratingnote des Unternehmens positiv beeinflussen. 

Suchen auch Sie den direkten Kontakt mit Ihrer Hausbank, Ihr Banksachbearbeiter kann Ihnen nicht nur Ihre Ratingnote nennen, er kann darüber hinaus zielgerichtete Aussagen zu einer individuellen Verbesserung Ihrer Bewertung geben. Gern sprechen wir auch im Vorfeld gemeinsam mit Ihrer Hausbank. 

Bitte sprechen Sie uns an, damit wir – mit Ihnen gemeinsam – die für Ihr Unternehmen wesentlichen effektiven Maßnahmen zur Verbesserung Ihres Ratings aufzeigen, aufstellen und umsetzen.

Tabellarische Übersicht

Häufige Fragen

Häufige Fragen

  • Was ist das Ziel eines Bank-Ratings für Unternehmen?

    Ein Rating bewertet die wirtschaftliche Lage und voraussichtliche Entwicklung eines Unternehmens sowie dessen Bonität und mögliche Risiken. Für Banken und Investoren dient es als Instrument zur Bestimmung von Schuldnerbonitäten, Ausfallwahrscheinlichkeiten und zur Minimierung von Kreditrisiken. Das Ergebnis beeinflusst maßgeblich, ob ein Kredit gewährt wird und zu welchen Konditionen.

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  • Wie stark beeinflusst die Ratingnote den Kreditzinssatz?

    Die Ratingnote wirkt sich erheblich auf die Zinskonditionen aus. Bei der KfW liegt die Zinsspanne zwischen einer guten und einer schlechten Note bei mehr als 4 Prozentpunkten. Bei örtlichen Hausbanken kann die Spanne zwischen 1,5 % und 5,4 %, im Einzelfall sogar bis zu 8 % betragen.

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  • Welche Prozessschritte durchläuft ein Rating?

    Zunächst werden Insolvenzrisiken in Risikoklassen eingeteilt und mit Hilfe von Kennzahlen dargestellt. Anschließend werden die Kennzahlen zu einem Kennzahlensystem verknüpft und durch Prüfung der Ausprägungen zu einem Risikourteil verdichtet. Auf Basis dieses Urteils werden gezielte Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt.

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  • Welche Bilanzbereiche sollten zur Verbesserung des Ratings im Fokus stehen?

    Zentrale Stellschrauben sind die Erhöhung des Eigenkapitals, die Steigerung der Ertragskraft, der Abbau der Verschuldung sowie die Sicherstellung der Liquidität. Eine vorausschauende Bilanzpolitik in diesen Bereichen wirkt sich unmittelbar auf die von Banken herangezogenen Ratingkennzahlen aus.

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  • Welche konkreten Maßnahmen verbessern die Ratingnote eines Unternehmens?

    Wirkungsvoll sind insbesondere die Verbesserung der Eigenkapitalquote, der Abbau von Warenbeständen und Forderungen sowie die Optimierung der Finanzstruktur (Working Capital, Anlagendeckung). Hinzu kommen die Anpassung von Kreditlaufzeiten, die Erhöhung der Rentabilität, die Reduzierung von Verschuldung und Anlagevermögen, die Steigerung des Cash Flows sowie eine optimierte Kommunikation mit Kapitalgebern.

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  • Ist die Ratingnote eines Unternehmens dauerhaft festgelegt?

    Nein, die Ratingnote ist keine starre Kennzahl. Durch eine ratingorientierte Unternehmensführung und gezielte bilanzpolitische Maßnahmen kann die Geschäftsführung das Ergebnis aktiv beeinflussen. Ein direkter Austausch mit dem Banksachbearbeiter hilft, individuelle Verbesserungsansätze zu identifizieren.

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